Wert der Erziehungsarbeit

Politik / 08.08.2013 • 21:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ulrike Wehinger fordert bessere Entlohnung für Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Dornbirn. Wir sollten unseren Kindern und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Im derzeitigen Pensionssystem zählt primär die Erwerbstätigkeit. Unbezahlte Arbeiten, welche größtenteils von Frauen verrichtet werden, fließen nicht in die Pensionsberechnungen mit ein. Für Erziehungszeiten werden maximal vier Jahre pro Kind angerechnet. Das bedeutet, dass ab dem fünften Lebensjahr die häusliche Erziehung einerseits nicht gewertet, andererseits meist auch als selbstverständlich erachtet wird. So fühlen sich verständlicherweise manche Eltern ab dem Kindergartenalter nicht mehr für die Erziehung zuständig. In Schulen klagen Lehrer vermehrt darüber, dass zu viel Zeit für Erziehung aufgewendet werden muss und dadurch die Bildungsarbeit zu kurz kommt. Die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen nimmt zu.

Erziehung und Betreuung von Kindern im häuslichen Bereich sollten mehr geschätzt und belohnt werden. Familien sollten mehr unterstützt werden. Familienerhalter sollten für jedes nicht erwerbstätige Familienmitglied ein steuerfreies Mindesteinkommen berücksichtigt bekommen.

Es sollte eine Alters-Grundsicherung für alle geben, unabhängig davon, ob jemand erwerbstätig war. Pensionen sollten nicht prozentuell, sondern pauschal berechnet werden. Die Höchstpension sollte nicht höher sein als das Gehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeiters.

Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass jemand im Ruhestand für seine Untätigkeit mehr Geld erhält als jemand, der den ganzen Tag arbeitet.

Erziehung und Betreuung von Kindern im häuslichen Bereich sollten mehr geschätzt und belohnt werden.

Ulrike Wehinger