Blutige Gewalt im Irak

Politik / 11.08.2013 • 21:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Anschlagserie: Bis zu 120 Tote und mehrere Hundert Verletzte bei neuer Terrorwelle.

Bagdad. Die Feiern zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan sind im Irak von einer blutigen Anschlag­serie überschattet worden: Mindestens 74 Menschen wurden am Samstag nach offiziellen Angaben getötet, fast zwei Drittel von ihnen in der Hauptstadt Bagdad. In irakischen Medienberichten war sogar von bis zu 120 Toten und 300 Verletzten die Rede. Auch am Sonntag forderten neue Angriffe mindestens sieben Menschenleben. USA und UNO verurteilten die Gewalt.

Insgesamt 16 Autobomben explodierten am Samstagabend in verschiedenen Stadtteilen Bagdads und töteten mindestens 47 Menschen. Ziele waren etwa Cafés, Märkte und Restaurants in sunnitisch und in schiitisch geprägten Vierteln. Erst am Dienstag waren 31 Menschen bei einer Anschlagserie in Bagdad getötet worden. Am Samstag feierten die Iraker noch das Ende des Ramadan, der mit mehr als 800 Todesopfern in diesem Jahr besonders blutig war.

Bereits Samstagfrüh gab es einen Anschlag mit zwei Toten und sechs Verletzten in einem sunnitischen Stadtteil der Hauptstadt. Bei einem Selbstmordanschlag in Tus Churmato 175 Kilometer nördlich von Bagdad wurden neun Menschen getötet. In Nassirija, 300 Kilometer südlich der Hauptstadt, wurden vier Menschen getötet. Landesweit wurden weitere Todesopfer gezählt, mehr als 300 Menschen wurden zudem verletzt.

Angriffe auf Cafés

In diesem Jahr war der Ramadan, der in der zweiten Juliwoche begonnen hatte, im Irak besonders von Gewalt geprägt. Extremisten, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung gebracht werden, griffen während des Ramadan auch Cafés an, in denen sich Muslime zum abendlichen Fastenbrechen trafen. Moscheen, in denen sich Gläubige zum abendlichen Gebet versammelten, waren ebenfalls Ziele von Anschlägen.

Am Sonntag detonierten weitere Sprengsätze, während in Bagdad darüber diskutiert wurde, wer die politische Verantwortung für die Fehler im Sicherheitsapparat trägt. Eine Bombe tötete drei Soldaten während einer Militäroperation in der Stadt Mahaweel, 60 Kilometer südlich von Bagdad. In Balad wurden zwei schiitische Zivilisten erschossen, in der Stadt Buhris zwei sunnitische Milizionäre beim einem Anschlag auf einen Checkpoint getötet. Die Regierung hatte vergangene Woche erklärt, es seien besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um Anschläge während der Feiertage zu verhindern.