„Wir erfüllten eine Abschussquote“

Politik / 12.08.2013 • 21:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Menschenrechtskommissarin Navi Pillay: UN und EU müssen syrisches Volk schützen.

schwarzach. (VN-vdk) „Das Assad-Regime geht bestialisch gegen die Aufständischen vor. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Zivilisten, Frauen und Kinder, unter den Greueltaten leiden“, sagt Pillay. Menschenrechtler werfen der Regierung in Damaskus Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor und wollen den Internationalen Strafgerichtshof einschalten. Bisher war nur der Waffenhandel Thema – das Geschäft mit dem Krieg. Dass der Iran, Saudi-Arabien und Katar mithilfe fundamentalistischer Miliz auf dem Rücken des syrischen Volkes einen Stellvertreterkrieg ausfechten können, ist für die internationale Gemeinschaft beschämend.

Unfassbare Grausamkeit

Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bestätigen abtrünnige Assad-Armee-Kommandeure, dass sie eine „Abschussquote“ erfüllen mussten. Ein Scharfschütze in Homs: „Uns wurde Straffreiheit zugesichert. Der allgemeine Befehl lautete zu töten, Häuser, Geschäfte, Autos zu zerstören und Menschen festzunehmen.“ Gefangene werden gefoltert, Frauen vergewaltigt. Religiöse Fanatiker wie die libanesische Hisbollah-Miliz, die gestützt vom Iran an der Seite von Assad kämpft, verhindert die Versorgung Verwundeter, holt Verletzte auch im Libanon aus den Rettungsfahrzeugen und tötet sie, wie uns Rettungseinsatzleiter in Tripoli, Georges Fadel, berichtet. Flüchtlinge berichten uns vom Bombenhagel auf Wohngebiete, von gewaltsamen Übergriffen auch auf Frauen und Kinder. „Verwandte sind tot, das Zuhause zerstört, Wasser und Nahrung knapp“, sagt Zahra, die mit ihren 12 Kindern unter Zeltfetzen im Libanon haust. Kein Ende des Krieges in Sicht. Keine Perspektiven für sieben Millionen Flüchtlinge, 1,5 Millionen davon im Libanon. Der Grenzgürtel ist zudem vermint.

Hilfe aus Vorarlberg

Monatlich bergen unsere Rot-Kreuz-Kollegen 1000 Schwerverletzte, fahren stündlich Einsätze und liefern Lebensmittel- und Hygienepakete aus. VN und RKV unterstützen sie dabei – auch mit der Anschaffung einer „Rettung“. Wir danken für Ihre Hilfe.