Millionen Kinder fliehen

Politik / 23.08.2013 • 21:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Syrische Flüchtlinge in einem UNHCR-Lager im Nordirak: Über 7000 Kinder wurden seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien getötet. Foto: EPA
Syrische Flüchtlinge in einem UNHCR-Lager im Nordirak: Über 7000 Kinder wurden seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien getötet. Foto: EPA

Wachsendes Leid in Syrien: Hilfswerke appellieren an die Weltgemeinschaft.

Wien. (VN-ebi, apa) Ihre Häuser und Schulen sind zerstört, viele Kinder wurden von ihrer Familie weggerissen. Minderjährige Flüchtlinge sind körperlichen Strapazen, Angst, Stress und Traumata ausgeliefert, ihnen drohen Kinderarbeit, Zwangsheirat, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel. Im syrischen Bürgerkrieg hat das Leiden der Kinder unfassbare Ausmaße angenommen. Eine Million Minderjährige – die Mehrheit von ihnen unter elf Jahren – seien bereits ins Ausland geflohen, teilten gestern das Kinderhilfswerk UNICEF und das Flüchtlingskommissariat UNHCR mit. Diese Zahl sei „ein Meilenstein der Schande“, so UNICEF-Chef Anthony Lake. „Die Jugend Syriens verliert ihre Heimat, ihre Familien, ihre Zukunft“, erklärte UN-Flüchtingskommissar António Guterres.

Zu wenig Mittel, um zu helfen

Auch innerhalb des Bürgerkriegslandes sind nach UN-Angaben mehr als zwei Millionen Kinder auf der Flucht. Eine angemessene medizinische Versorgung vor Ort sei nicht möglich. „Wir müssen uns alle schämen“, verstärkte Lake seinen Appell. Die Weltgemeinschaft habe es versäumt, die Verantwortung zu übernehmen. „Wir sollten uns fragen, ob wir weiterhin die Kinder Syriens ihrem Schicksal überlassen können.“

Für die Umsetzung eines regionalen Hilfsplans für syrische Flüchtlinge werden laut UN allein bis Ende des Jahres drei Milliarden Dollar benötigt, zumindest um den akuten Versorgungsbedarf zu decken. Derzeit stünden jedoch lediglich 38 Prozent bereit. Insgesamt seien mehr als fünf Milliarden Dollar nötig, um die Engpässe im Bereich Bildung, Gesundheit und Versorgung bewältigen zu können, so Guterres.