„Raubrittertum“ bei den Einkommen

Politik / 23.08.2013 • 20:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

VN-Leser Dr. Rudolf Rudari aus Bürs fordert eine Senkung der ­Steuersätze.

Schwarzach. Ich habe mich bereits in der Pensionsdebatte zu Wort gemeldet und meinen Ärger darüber ausgedrückt, dass ständig nach der Wiedereinführung der Vermögen-, Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie der Einführung einer Millionärsabgabe geschrien wird. Das Ganze beruht auf der Einfallslosigkeit der Politiker und fehlendem Sparwillen. Es ist leicht, mit solchen Forderungen auf politischen Stimmenfang zu gehen.

Österreich liegt mit seiner Abgabenbelastung international im absoluten Spitzenfeld. An die schädlichen Folgen eines solchen Vorgehens denkt man nicht. Richtig fatal wird es dann, wenn aufgrund überhöhten Steuerdrucks (und überzogener Forderungen und Vorschriften) Betriebe ins Ausland verlagert werden.

Was mir am dringlichsten erscheint, ist, die kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten. Ein Jahressteuerfreibetrag von 11.000 Euro ist viel zu niedrig, es müssten mindestens 18.000 Euro sein. Außerdem beginnt ab 11.000 Euro ein unverschämt hoher Steuersatz von 36,5 Prozent und ab 25.000 Euro ein Steuersatz von 43,21 Prozent. Dies ist Raubrittertum und gehört schleunigst geändert.

Auch haben wir jede Menge steuerliche Frei- oder Absetzbeträge, die seit vielen Jahren nicht valorisiert wurden. Dadurch sind insbesondere kleine und mittlere Einkommen Opfer der kalten Progression.

Begünstigung einschränken

Zur Gegenfinanzierung würde ich Folgendes vorschlagen:

Einschränkung der begünstigten Besteuerung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld; Besteuerung des Arbeitslosengeldes wie ein normales Einkommen; Einschränkung der Steuerfreiheit von Unfallrenten abhängig vom Invaliditätsgrad (ein Invalide mit z.B. 25 Prozent Behinderung soll 25 Prozent steuerfrei bekommen); Besteuerung der Einkünfte des Personals internationaler Organisationen (bisher steuerfrei); Absenkung der Vollpauschalierungsgrenze für Bauern auf 25.000 Euro (Klein- und Gebirgsbauern wären wegen niedriger Einheitswerte davon ohnehin nicht betroffen).Außerdem müssten vor allem bei der Gruppenbesteuerung Auslandsverluste auf die Wartetaste gelegt werden, um nicht das österreichische Steueraufkommen zu schmälern. Hier wird Missbrauch getrieben.

Ich persönlich wäre auch für eine maßvolle Anhebung der Grundstückseinheitswerte, z.B. um zehn Prozent. Dies wäre durchaus verkraftbar.

An die schädlichen Folgen dieses Vorgehens denkt niemand.

Rudolf Rudari