Syrien lässt Kontrolle zu

Politik / 25.08.2013 • 21:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weltweite Proteste gegen den Giftgaseinastz in Syrien. Auf dem Foto: Ein Kind vor dem russischen Konsulat in Istanbul. Foto: EPA
Weltweite Proteste gegen den Giftgaseinastz in Syrien. Auf dem Foto: Ein Kind vor dem russischen Konsulat in Istanbul. Foto: EPA

Giftgasanschlag: UNO darf Vorwürfe überprüfen. „Datum und Uhrzeit“ jedoch offen.

Damaskus. Die syrische Führung will den Chemiewaffeninspekteuren der Vereinten Nationen jetzt doch Zugang zu den angeblich mit Giftgas bombardierten Dörfern im Umland von Damaskus gewähren. Eine entsprechende Vereinbarung erzielte die deutsche UN-Diplomatin Angela Kane gestern bei einem Gespräch mit Außenminister Walid al-Muallem. Das von dem Schweden Ake Sellström geleitete UN-Inspektorenteam dürfe die Vorwürfe eines Chemiewaffeneinsatzes in der Provinz Damaskus prüfen. Allerdings behält sich das Regime von Präsident Baschar al-Assad vor, „das Datum und die Uhrzeit für diesen Besuch festzulegen“.

Wann die Untersuchung in dem Bezirk östlich von Damaskus beginnen soll, wurde nicht gesagt. Die Sicherheitslage in dem umkämpften Gebiet gilt als sehr schlecht. Die Opposition hatte am Samstag erklärt, sie könne im Rebellengebiet die Sicherheit der UN-Experten gewährleisten.

Kane war am Samstag in Syrien eingetroffen, um bei der Regierung auf einen freien Zugang der UN-Experten zu dem mutmaßlichen Einsatzort von Chemiewaffen bei Damaskus zu dringen. Die syrische Regierung hatte es zunächst abgelehnt, eine Fahrt der Inspekteure in den Bezirk Al-Ghuta Al-Sharkija zu erlauben, in dem am vergangenen Mittwoch mehrere Hundert Menschen durch Nervengas ums Leben gekommen sein sollen. Daraufhin hatten die USA, Frankreich und Großbritannien den Druck auf das Regime in Damaskus erhöht. Die US-Marine verstärkte ihre Flottenpräsenz im östlichen Mittelmeer. Diplomaten aus den Staaten der sogenannten Kontaktgruppe der Freunde Syriens berieten am Wochenende intensiv über mögliche weitere, auch militärische, Schritte.

Nach Angaben der syrischen Opposition waren am Mittwoch bei Angriffen der Regierungstruppen mit Chemiewaffen nahe der Hauptstadt mehr als tausend Menschen getötet worden. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ berichtete von mindestens 355 Patienten mit „neurotoxischen Symptomen“, die in Krankenhäusern gestorben seien. Insgesamt seien etwa 3600 Menschen mit derlei Anzeichen, wie sie nach Giftgas-Einsätzen typisch seien, in Kliniken eingeliefert worden.