Angriff auf UN-Experten

Politik / 26.08.2013 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Baschar al-Assad drohte den USA mit einem „zweiten Vietnam“, sollten sie angreifen. Foto: EPA

Baschar al-Assad drohte den USA mit einem „zweiten Vietnam“, sollten sie angreifen. Foto: EPA

Schwierige Suche nach Giftgasbeweisen in Syrien: Westen bereitet Militärschlag vor.

Damaskus. Unter widrigsten Umständen begannen UNO-Chemiewaffenexperten gestern mit der Untersuchung von Giftgas-Vorwürfen gegen das syrische Regime – und wurden dabei prompt beschossen. Ein UNO-Sprecher teilte mit, dass Heckenschützen das Team attackierten, als sie auf dem Weg nach Ghouta – eine von Rebellen kontrollierte Vorstadt von Damaskus – waren. Um wen es sich bei den Angreifern handelte, blieb unklar. Das syrische Staatsfernsehen bezichtigte „Terroristen“ der Tat. Zudem stritt Machthaber Baschar al-Assad erneut ab, dass seine Soldaten vergangenen Mittwoch Chemiewaffen eingesetzt und dabei rund 1300 Menschen getötet haben. Diese Vorwürfe seien „politisch motiviert“. US-Außenminister John Kerry hingegen ist überzeugt vom Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg. Die Beweise dafür seien real und überzeugend. Die USA würden nach Rücksprache mit Partnerstaaten in den kommenden Tagen reagieren.

Nun rüstet sich der Westen für einen Militärschlag gegen das syrische Regime. Es soll für den Giftgas-Angriff zur Rechenschaft gezogen werden. Der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte, dass die Entscheidung über einen Militärschlag gegen Syrien „in den kommenden Tagen“ fallen werde. Sein britischer Amtskollege William Hague betonte, dass ein Vorgehen auch ohne UNO-Mandat möglich sei.

In London liefen die Vorbereitungen auf einen Militärschlag bereits auf Hochtouren. Noch gestern wollte der britische Militär-Stabschef Nick Noughton seinen US-Kollegen General Martin Dempsey treffen. Laut der „Times“ wird ein einmaliger Beschuss syrischer Stellungen von Schiffen aus favorisiert. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel betonte, die US-Armee sei auf „alle Optionen“ vorbereitet.

Moskau warnte den Westen jedoch vor einem Militärschlag. Außenminister Sergej Lawrow sagte seinem US-Kollegen Kerry, ein solches Vorgehen könnte „extrem gefährliche Folgen“ haben, für „die ganze Region des Nahen Ostens und für Nordafrika“. Bereits am Sonntag hatte auch der iranische Vize-Generalstabschef Massoud Jazayeri „ernste Konsequenzen“ angedroht, sollten die USA Syrien angreifen.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad stellte den USA ein militärisches Debakel in Aussicht. Die US-Angriffspläne seien „zum Scheitern verurteilt, so wie alle Kriege, die sie seit Vietnam begonnen haben“.

Angela Kane vermittelt zwischen UN-Team und Regime. Foto: AP

Angela Kane vermittelt zwischen UN-Team und Regime. Foto: AP

UN-Konvoi auf dem Weg in die Vorstadt von Damaskus. Foto: RTS

UN-Konvoi auf dem Weg in die Vorstadt von Damaskus. Foto: RTS