Alltagsrassismus blieb

Politik / 28.08.2013 • 21:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schüler bei einem Marsch für Jobs und Gerechtigkeit in Erinnerung an Martin Luther King in Washington. Foto: AP
Schüler bei einem Marsch für Jobs und Gerechtigkeit in Erinnerung an Martin Luther King in Washington. Foto: AP

USA gedachten der legendären Rede von Martin Luther King Jr. vom 28. August 1963.

Washington. Mit einer großen Kundgebung in der Hauptstadt und Feiern überall im Land erinnerten die USA gestern an die berühmte „I have a dream“-Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. vor 50 Jahren. Als Höhepunkt des Gedenktages war eine Rede des ersten afroamerikanischen US-Präsidenten Barack Obama auf den Stufen des Lincoln-Denkmals in Washington geplant.

Dort hatte King 1963 nach dem historischen „Marsch auf Washington“ vor Zehntausenden mit den Worten „Ich habe einen Traum“ für ein Land geworben, in dem Schwarze gleichberechtigt neben Weißen leben. Es war ein Meilenstein der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. King sei neben dem früheren Präsidenten Abraham Lincoln die Persönlichkeit in der US-Geschichte, die er am meisten bewundere, sagte Obama am Dienstag in einem Radiointerview.

Glockengeläut im ganzen Land

Neben Obama standen auch die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter sowie die TV-Moderatorin und Schauspielerin Oprah Winfrey auf der Rednerliste. Erwartet wurde außerdem die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, Caroline Kennedy.

Zahlreiche Städte begleiten das Jubiläum mit eigenen Feiern. Glockengeläut erinnerte im ganzen Land an die bewegende Ansprache Kings, in der er auf einen Vers eines amerikanischen Volksliedes zurückgriff: „Lasst die Freiheit erschallen.“

Zum Zeitpunkt von Kings Rede durften zwei von drei Afroamerikanern nicht wählen, durften Schulen nicht zusammen mit Weißen besuchen, nicht mit ihnen im Kino sitzen oder dieselbe öffentliche Toilette benutzen. Heute bekleiden neben Obama mehrere Afroamerikaner hohe politische Ämter, darunter Justizminister Eric Holder und die Sicherheitsberaterin des Weißen Hauses, Susan Rice. King „wäre auf viele Arten über den Fortschritt begeistert, den wir gemacht haben“, sagte Obama.

Dennoch kämpfen viele der rund 30 Millionen Afroamerikaner bis heute mit rassistischen Vorurteilen oder fühlen sich ungleich behandelt. Zuletzt löste der Freispruch des Todesschützen George Zimmerman landesweite Proteste aus. Zimmerman hatte den schwarzen Teenager Trayvon Martin erschossen und im Prozess erfolgreich geltend gemacht, aus Notwehr gehandelt zu haben.

Denkmal fertiggestellt

Rechtzeitig zum 50. Jahrestag wurde das Martin-Luther-King-Denkmal in Washington endgültig fertiggestellt. Bei der Überarbeitung wurde ein Zitat an der Nordseite der Statue entfernt. Nach Ansicht von Bürgerrechtlern war es unzulässig verkürzt und ließ King arrogant wirken.

Martin Luther King wäre über den Fortschritt begeistert.

Barack Obama
Martin Luther King bei seiner legendären Rede. Foto: AP
Martin Luther King bei seiner legendären Rede. Foto: AP