Rache: Islamisten richten in Kenia ein Blutbad an

Politik / 22.09.2013 • 23:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Einkaufsparadies im Zentrum Nairobis spielten sich dramatische Szenen ab. 18 Terroristen stürmten das EKZ, 68 Menschen starben im Kugelhagel.
Im Einkaufsparadies im Zentrum Nairobis spielten sich dramatische Szenen ab. 18 Terroristen stürmten das EKZ, 68 Menschen starben im Kugelhagel.

Massaker durch Islamisten aus Somalia in exklusivem Einkaufszentrum.

Nairobi. Islamistische Terroristen haben in einem Einkaufszentrum in Nairobi ein Blutbad mit mindestens 68 Toten und 175 Verletzten angerichtet und damit weltweit Entsetzen ausgelöst. Mehr als 24 Stunden nach dem Angriff hielt ein Terrorkommando der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz am Sonntag noch immer mehrere Geiseln in seiner Gewalt. Es sei klar, wo sich die 10 bis 15 Angreifer aufhielten, aber die Lage bleibe „heikel“, erklärte Innenminister Joseph Ole Lenku. Bis zum Abend waren immer wieder Schüsse im Einkaufszentrum zu hören.

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats verurteilten den Überfall auf das Schärfste. Die USA sprachen von einem „sinnlosen Akt der Gewalt“. Unter den Toten sind mehrere Ausländer, darunter mindestens drei Briten und zwei Franzosen.

Mindestens 18 maskierte und mit Maschinengewehren bewaffnete Terroristen hatten am Samstagmittag das exklusive Einkaufszentrum gestürmt, in dem vor allem Ausländer und reiche Kenianer shoppen gehen. Sie schossen um sich und warfen Granaten. Ein Augenzeuge in Nairobi sagte der dpa: „Sie zeigten uns arabische Schriften. Wenn man sie lesen konnte, war man gerettet. Wenn man sie nicht lesen konnte, erschossen sie einen.“

Die Islamisten-Miliz nannte den Angriff im Kurzmitteilungsdienst Twitter eine Vergeltungsschlag für „Verbrechen“ der kenianischen Armee in Somalia. Kenia hatte das Nachbarland in den vergangenen Jahren beim Kampf gegen die Extremisten militärisch unterstützt. Der Überfall war der schwerste Terroranschlag in Kenia seit einem Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft vor 15 Jahren.

„Eine schwierige Operation“

Spezialeinsatzkräfte und Soldaten brachten in der Nacht das erste und das zweite Obergeschoß des Gebäudes unter ihre Kontrolle. Die Terroristen verschanzten sich mit einer unbekannten Zahl von Geiseln offenbar im dritten und vierten Stock. Es sei eine äußerst schwierige Operation für die Sicherheits­kräfte.

Am Sonntagabend waren aus dem Einkaufszentrum weiter Schüsse und Granatenexplosionen zu hören. Die Kämpfe mit den Geiselnehmern verschärften sich. Die Geiselnahme dauerte bei Redaktionsschluss noch an.