„Trotz Krise keine Wechselstimmung“

23.09.2013 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ähnliche Trends in Deutschland und Österreich ortet Politologe Filzmaier. Mehr nicht.

Wien. (VN-joh) Die deutsche Bundestagswahl wird ohne Folgen für die österreichische Nationalratswahl bleiben. Davon ist der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier überzeugt. Trotzdem sieht er ähnliche Grundstimmungen; so werde trotz der Wirtschaftskrise auch hierzulande kein Wechsel herbeigesehnt.

Hat das Ergebnis der Bundestagswahl Auswirkungen auf die Nationalratswahl?

Filzmaier: Nein, es gibt keinen Hinweis auf einen wechselseitigen Einfluss. Vor allem in den 2000er-Jahren hat man das ja geglaubt: 2002 sind die damaligen Regierungschefs Gerhard Schröder (D) und Wolfgang Schüssel (Ö) in beiden Ländern wiedergewählt worden; später sind sie dann hintereinander abgewählt worden. Aber das zählt zu den Kalauern der ersten Statistikvorlesung: Nicht alles, was in zeitlicher Nähe zueinander steht, muss auch in einem sachlichen Zusammenhang stehen.

Aber die ÖVP spricht von Rückenwind und die Sozialdemokraten geben sich ebenfalls zufrieden.

Filzmaier: Das ist Wahlkampf: Die ÖVP verweist auf den Erfolg ihrer Schwesterpartei, die SPÖ meint, auch bei uns werde nun der Amtsinhaber als Kanzler bestätigt.

Welche Lehren lassen sich aber aus Deutschland ziehen?

Filzmaier: Es gibt ähnliche Trends. Trotz Krise gibt es
z. B. keine Wechselstimmung.

So gesehen ist der ÖVP-Ruf nach Entfesselung riskant?

Filzmaier: Der ist auf jeden Fall riskant: Wenn es einen Ruf nach einem Wechsel gibt, dann zwischen Regierung und Opposition, aber nicht zwischen den beiden Regierungsparteien.

Bleibt die SPÖ am Sonntag so sicher vorne wie die CDU?

Filzmaier: Ich warne vor solchen Aussagen. Die SPÖ ist Favorit. Aber innerhalb der Schwankungsbreite ist noch sehr viel möglich.

Es gibt keinen Hinweis auf einen wechselseitigen Einfluss.

Peter Filzmaier, Politologe