Die Große Koalition ist nicht die einzige Option

Politik / 01.10.2013 • 21:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Große Koalition ist nicht die einzige Option

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Wien. (VN-joh) SPÖ-Chef und Bundeskanzler Werner Faymann will es schnell machen. In zwei Monaten würde er sich gerne mit der ÖVP über eine Fortsetzung der Großen Koalition verständigen. Eine Alternative dazu sieht er nicht. Dabei würde es viele Varianten geben, hinter denen im Nationalrat immer eine absolute Mandatsmehrheit steht (siehe Grafik).

Rot-Schwarz. Auch entscheidende ÖVP-Vertreter wie Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll wollen einmal mehr eine Große Koalition. Die Bundespartei unter Michael Spindelegger hält sich jedoch zurück – auch, um die eigene Verhandlungsposition zu verbessern.

Rot-Blau. Eine Zusammenarbeit zwischen SPÖ und FPÖ ist nur eine theoretische Option. Wenn, dann wäre sie wohl nur ohne Werner Faymann möglich – er hat eine solche Koalition vor der Wahl mehrfach ausgeschlossen und tut das auch jetzt.

Schwarz-Blau-Gelb. Als Alternative zu Zweiparteienkoalitionen bieten sich nur noch Drei- und Mehrparteienvarianten an. Unter anderem eine, die immer wieder genannt wird: ÖVP/FPÖ/Team Stronach. Spindelegger schließt das nicht aus, in ­seiner Partei gibt es jedoch Vorbehalte dagegen. Zumal FPÖ und Team Stronach auf ein Ende des Euro in seiner heutigen Form drängen.
ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf warnt, dass man möglicherweise den Launen des Frank Stronach ausgeliefert wäre.

Schwarz-Blau-Pink. Auf das Team Stronach könnte die ÖVP verzichten. In einen Bund mit der FPÖ könnte sie stattdessen die NEOS einbeziehen. Doch auch sie haben ein Problem mit den Freiheitlichen, wie ihr Vorsitzender, Matthias Strolz, bereits am Wahlabend erklärte: „Mit der FPÖ würde ich mich schwertun.“ Tags darauf wurde er noch deutlicher und schloss diese Variante de facto aus.

Schwarz-Blau-Grün. Noch schwieriger wäre für die ÖVP die Variante Schwarz-Blau-Grün. Eine Zusammenarbeit mit der FPÖ kommt laut Grünen-Chefin Eva Glawischnig nicht infrage.

Rot-Grün-Gelb-Pink. Für die SPÖ würde es noch die Möglichkeit geben, mit Grünen, Stronach und den NEOS zusammenzuarbeiten. Doch mit Stronach hat sie ähnliche Probleme wie mit der FPÖ.

Nicht in der Auflistung stehen Varianten, die möglich, aufgrund der Mehrheitsverhältnisse aber nicht notwendig sind: So könnten ÖVP und SPÖ die NEOS ins Boot holen. Für Beschlüsse bräuchten sie diese im Regierungsalltag dann allerdings nicht.

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