Koalition: Jeder Dritte will Schwarz-Blau-Pink

Politik / 02.10.2013 • 21:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Chefs der Parlamentsparteien (v. l.): Faymann (SPÖ), Spindelegger (ÖVP), Strache (FPÖ), Glawischnig (Grüne), Stronach, Strolz (NEOS). Foto: APA
Die Chefs der Parlamentsparteien (v. l.): Faymann (SPÖ), Spindelegger (ÖVP), Strache (FPÖ), Glawischnig (Grüne), Stronach, Strolz (NEOS). Foto: APA

Regierungsbeteiligung: Vorarlberger erteilen Fortsetzung von Rot-Schwarz eine Absage.

Schwarzach. (VN-joh) Die Große Koalition ist an einem Tiefpunkt angelangt. SPÖ und ÖVP, die einst auf mehr als 90 Prozent gekommen waren, müssen sich seit der Wahl am Sonntag mit 50,9 Prozent begnügen; die absolute Stimmenmehrheit halten sie damit gerade noch. Während vieles auf eine Fortsetzung der rot-schwarzen Zusammenarbeit hindeutet, ist der Zuspruch in der Bevölkerung dafür jedoch verschwindend klein. Das zeigt die Umfrage, die die Vorarlberger Nachrichten und
VOL.AT gestern durchgeführt haben: Nur noch 12,77 Prozent wollen einmal mehr eine Große Koalition.

Gleich drei andere Varianten werden bei der Umfrage, an der sich 1652 Personen beteiligt haben, bevorzugt: 37,95 Prozent sind für Schwarz-Blau-Pink, also eine Zusammenarbeit von ÖVP, FPÖ und den NEOS. Dagegen spricht freilich, dass NEOS-Chef Matthias Strolz aufgrund der FPÖ-Haltung zu Europa und Migranten von einer solchen Konstellation nichts wissen will.

Immerhin 22,88 Prozent sprechen sich in der VN-/VOL.AT-Umfrage für Schwarz-Blau-Gelb aus. Anstelle der NEOS wäre in diesem Fall das Team Stronach an Bord. Vor allem in ÖVP-Kreisen stößt diese Variante auf Zuspruch. So drängt der Kärntner Landesparteichef Gabriel Obernosterer darauf.

14,29 Prozent – und damit ebenfalls mehr als Rot-Schwarz – geben sogar einer Vier-Parteien-Koalition den Vorzug: Demnach sollen die Sozialdemokraten mit den Grünen, dem Team Stronach und den NEOS regieren. In der Praxis gibt es allerdings auch dafür eine Hürde: Für Grünen-Chefin Eva Glawischnig ist eine Kooperation mit dem Team Stronach ein „No-Go“, wie sie sagt.

Geringsten Zuspruch ernten die zwei verbleibenden Varianten – Rot-Blau mit 8,54 Prozent und Schwarz-Blau-Grün mit überhaupt nur 3,57 Prozent.

Fischer setzt Gespräche fort

In Wien setzte Bundespräsident Heinz Fischer unterdessen die Vorbereitungen auf einen Regierungsbildungsauftrag Anfang nächster Woche fort. Gestern sprach er mit ÖVP-Chef Michael Spindelegger und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. Spindelegger bekräftigte, dass er nicht nur mit den Sozialdemokraten, sondern mit allen sondieren möchte. Strache hofft wiederum, dass die Sozialdemokraten auf ihn zugehen.

Bezüglich einer Koalition will ich mit allen Parteien reden.

Michael Spindelegger
Koalition: Jeder Dritte will Schwarz-Blau-Pink

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