Land kritisiert Lehrerdienstrecht

Politik / 02.10.2013 • 21:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Leistung soll belohnt werden, meint das Land. Foto: APA
Leistung soll belohnt werden, meint das Land. Foto: APA

Reformentwurf werde den Erwartungen „bedauerlicherweise nur teilweise gerecht“.

Wien. (VN-joh) Der von der scheidenden Bundesregierung vorgelegte Begutachtungsentwurf für ein neues Lehrerdienstrecht stößt auf geballte Kritik. So haben in Stellungnahmen nicht nur Hunderte Pädagogen ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Jetzt liegt der offizielle Kommentar der Vorarlberger Landesregierung vor. Und auch darin werden Vorbehalte angemeldet.

„Die Schaffung eines neuen Dienst- und Besoldungsrechts für Lehrpersonen wird seitens des Landes Vorarlberg seit Jahren eingefordert (…). Wobei der vorliegende Entwurf den diesbezüglichen Erwartungen bedauerlicherweise nur teilweise gerecht wird.“

Zu begrüßen sei etwa, dass das Einstiegsgehalt „deutlich erhöht wird“. Damit werde ein wichtiger Schritt gesetzt, den Lehrerberuf attraktiver zu machen. In diesem Sinne sei allerdings auch darauf zu achten, dass die Lebensverdienstsumme nicht geschmälert werde. Abgesehen davon stößt sich die Landesregierung an mehreren Details:

» Hinsichtlich der Lehrverpflichtung stelle der Entwurf „teilweise eine Rückkehr zu der bis 2001 geltenden Regelung“ dar.

» Dienstrechtliche Regelungen, die für den Ausbau ganztägiger Schulformen dienlich wären, fehlten.

» „Darüber hinaus lassen die vorgeschlagenen dienstrechtlichen Bestimmungen leistungsbezogene Elemente in der Entlohnung gänzlich vermissen.“

» Völlig ungeregelt bleibe auch die Entlastung der Direktoren von administrativen Tätigkeiten durch die Beistellung von Hilfspersonal. Das sei „nicht zu akzeptieren“.

» Schulische Herausforderungen wie etwa die Unterstützung von verhaltensauffälligen Schülern fänden im Entwurf wiederum „nur unzureichend Berücksichtigung“.

» Dass eine Schulleitung (Direktion) nur dann eingerichtet werden soll, wenn an einer Schule mindestens zehn Lehrerinnen und Lehrer tätig sind, stört die Landesregierung ebenfalls – und zwar aufgrund „der in Vorarlberg vorhandenen Struktur mit zahlreichen Klein- und Kleinstschulen“.

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