Köpferollen beim Team Stronach „ganz normal“

Politik / 03.10.2013 • 21:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesobleute seien jederzeit absetzbar, sagt Hagen: „Das ist demokratisch.“ Foto: VN/Steurer
Landesobleute seien jederzeit absetzbar, sagt Hagen: „Das ist demokratisch.“ Foto: VN/Steurer

Gleich drei Landes­obleute abgesetzt. Hagen bleibt.

Wien. (VN-joh) Seit dem Wahlabend hat sich Frank Stro­nach rar gemacht. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Kathrin Nachbaur räumt er in seiner Partei auf – und setzte bereits die Landesobleute von Kärnten, NÖ und Salzburg ab. Vorarlberg-Obmann Christoph Hagen reagiert im VN-Interview gelassen.

Sind Sie noch im Amt?

Hagen: Ja, selbstverständlich. Ich war gestern bei Frank. Es gibt überhaupt nichts, alles ist ganz normal.

Es sind drei von neun Landes­obleuten abgesetzt worden.

Hagen: Das ist halt so. Ich nehme an, dass er mit ihrer Arbeit im Wahlkampf nicht ganz zufrieden war. Und dass er daher Leute eingesetzt hat, die mehr Zeit haben, um sich zu engagieren.

Demokratisch ist das aber nicht: Normalerweise werden Parteiobleute gewählt und auch abgewählt.

Hagen: Beim Team Stronach hat man die Parteiobleute bestimmt. Deswegen ist das auch demokratisch: Sie haben sich keiner Wahl unterziehen müssen und sind dadurch jederzeit absetzbar. Das ist auch in den Statuten so festgehalten.

Sie führen das Team Stronach in Vorarlberg: Warum hat die Partei mit 5,4 Prozent auf Landesebene weniger Stimmen erhalten als die NEOS, die auf 13 Prozent gekommen sind?

Hagen: Das muss man im Detail noch analysieren. Aber vielleicht hatten die NEOS medial bessere Möglichkeiten: Uns hat man runtergeschrieben, die hat man raufgeschrieben. Aber sie werden sich jetzt ja erst bewähren müssen.

Wird Frank Stronach das Nationalratsmandat, das er als Spitzenkandidat gewonnen hat, annehmen?

Hagen: Ja. In einer Klubsitzung haben wir die Situation gestern besprochen. Frank geht auch fix in einen Ausschuss und wird in zwei oder drei Ausschüssen Ersatzmitglied.

In welchen geht er fix?

Hagen: Ich glaube in den Finanzausschuss.

Wie will das Team Stronach weitermachen? Sind Sie bereit für eine Koalition?

Hagen: Ausgeschlossen ist gar nichts. Aber der Ball ist jetzt bei anderen. Wir harren der Dinge. Wichtig ist mir, dass wirkliche Experten in die nächste Regierung kommen – nicht irgendwelche Parteisoldaten.

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