Christoph Hagen jetzt Einzelkämpfer

Politik / 08.10.2013 • 21:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Bild aus besseren Tagen: NR Christoph Hagen. Foto: VN/PS
Ein Bild aus besseren Tagen: NR Christoph Hagen. Foto: VN/PS

Team Stronach in Vorarlberg: Gefolgsleute warfen geschlossen das Handtuch.

Wien. Das Chaos im Team Stronach dauerte auch gestern an. Eindrücklichstes Beispiel liefert Vorarlberg. Dienstagabend warfen sowohl zwei Vorstandsmitglieder als auch neun Ortsgruppenobleute nach einer kurzen Sitzung in Dornbirn das Handtuch und reichten schriftlich ihren Rücktritt ein. Dies bestätigte Hermann Rabitsch, der als Landesgeschäftsführer bereits gekündigt worden war, im Gespräch mit den VN. „Wir sind menschlich schwer enttäuscht von Stronach und Christoph Hagen, der gestern nicht einmal zur Sitzung gekommen ist“, sagte Rabitsch. Damit ist Landesobmann Christoph Hagen, der heute zu einem Direktoriumstreffen in Oberwaltersdorf (NÖ) erwartet wird, jetzt ein Einzelkämpfer.

„Mehr Autonomie für Kärnten“

Nächstes Beispiel: Während der von Frank Stronach eingesetzte Neo-Landesparteichef Siegfried Schalli heute ebenso am Treffen teilnehmen wird, wird Landesrat Gerhard Köfer – der ebenfalls den Parteichefsessel für sich beansprucht – morgen nach Oberwaltersdorf fahren, um über die Forderungen der Kärntner Landesgruppe nach mehr Autonomie zu verhandeln. Die Kärntner Verhandlungsgruppe, die am Donnerstag nach Niederösterreich reisen wird, wird insgesamt aus sieben Personen bestehen. Die Kärntner fordern etwa „verschiedene demokratische Strukturen“ und einen eigenständigen Namen für das Team Stro­nach in Kärnten. Weiters soll auch die von Frank Stro­nach zurückgeforderte Million Euro nicht zurückgezahlt werden müssen. Zudem soll die Installation von Schalli rückgängig gemacht und der alte Parteivorstand um Köfer wieder eingesetzt werden.

Rufe nach mehr Eigenständigkeit kommen indes auch aus anderen Landesparteiorganisationen: „Ich ­glaube, dass sich die Länder ihre Stellen aufbauen müssen“, sagte Oberösterreichs Team-Stronach-Chef Leo Steinbichler. „Wenn man von oben wie beim Schachspiel eingreift, bringt das kein Vertrauen.“

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