Limburgs Bischof gerät ins Visier der Justiz

Politik / 10.10.2013 • 21:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bischofssitz kostete 31 Millionen Euro. Foto: EPA
Bischofssitz kostete 31 Millionen Euro. Foto: EPA

Tebartz-van Elst unter Druck: Kostenexplosion und Falschaussage.

Limburg. Der Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aus Limburg (Mitteldeutschland) steht wegen der Kostenexplosion beim Bau des Bischofssitzes und wegen eines drohenden Strafbefehls unter enormem Druck. Kritik an dem Bischof gibt es bereits seit Monaten. Doch vor allem in den vergangenen Tagen spitzte sich die Affäre zu.

Erst am Montag bezifferte das Bistum die Kosten des neuen Bischofssitzes mit 31 Millionen Euro. Ursprünglich waren für das gesamte Projekt 5,5 Millionen Euro eingeplant. Der Bischof betonte gegenüber der „Bild“-Zeitung, zu verstehen, dass man bei der hohen Summe von 31 Millionen Euro erschrecke. „Aber dahinter stehen zehn einzelne Bauprojekte. Man muss viele Details kennen, etwa die Auflagen des Denkmalschutzes.“ Der hessische Denkmalschutz bestreitet allerdings, Auflagen gemacht zu haben. Diese Affäre ist jedoch nicht die einzige, für die sich der Bischof verantworten muss. Gestern gab die Staatsanwaltschaft Hamburg bekannt, dass sie einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst beantragt habe. Sie wirft ihm vor, im Rechtsstreit mit dem „Spiegel“ über die Bericht­erstattung zu einem Erste-Klasse-Flug nach Indien falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben.

In eigener Kirche isoliert

Bei seiner Berufung zum Bischof von Limburg kündigte Tebartz-van Elst 2008 noch einen „Brückenbau zwischen Bewährtem und Neuem, zwischen Umbruch und Aufbruch“ an. Das ist ihm offenbar nun gründlich misslungen. Die derzeitigen Affären und der Vorwurf des autoritären Führungsstils haben den katholischen Oberhirten isoliert – auch in seiner eigenen Kirche. Priester und Bistumsgremien fordern seinen Rücktritt.

Tebartz-van Elst wird Falschaussage vorgeworfen. Foto: AP
Tebartz-van Elst wird Falschaussage vorgeworfen. Foto: AP

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