Förderwesen auch im Sport undurchsichtig

Politik / 11.10.2013 • 21:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Systemkritik in Buchform: Verbände parteipolitisch besetzt.

Wien. (VN-joh) Sport ist in Österreich nicht nur Freude und (Hoch-)Leistung, sondern vor allem auch Politik: Die Verbändestrukturen sind an sich schon weltweit einzigartig; noch dazu sind sie aber von Parteien dominiert. Und daneben gibt es ein Förderwesen, das zwar auf Steuergelder zurückweist, aber nicht einmal für den Rechnungshof durchschaubar ist. Das ist eines der Problemfelder, die die beiden Autoren Wilhelm Lilge und Gerd Millmann in ihrem Buch „Sportland Österreich? Athleten, Abzocker und Allianzen“ beackern (Molden Verlag, 208 Seiten, 19,99 Euro).

Rote ASKÖ, schwarze Union

Die Bundes-Sportorganisation (BSO) ist die nichtstaatliche Dachorganisation des Sports. Präsident ist der Verfassungssprecher der SPÖ, Peter Wittmann. Der 56-Jährige ist außerdem Präsident des roten Sportverbandes ASKÖ (Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich), des Para­olympischen Committees etc. Sein Gegenüber ist ÖVP-Wirtschaftssprecher Peter Haubner. Er ist Präsident der schwarzen Sportunion. Zu ihr und der ASKÖ gehören zahllose Vereine, über sie fließen stattliche Fördergelder.

Der Bund hat ein Sportbudget von 130 Millionen Euro. Daneben schütten aber auch Länder und Gemeinden sowie Unternehmen, die zumindest teilweise der öffentlichen Hand gehören, Fördergelder aus. Der Rechnungshof skizzierte 2009 ein ernüchterndes Gesamtbild: „Die Sportförderung war insgesamt durch eine komplexe und wenig transparente Förderungslandschaft gekennzeichnet. In weiten Bereichen fehlten operative Zielsetzungen …“ Geändert hat sich bis heute nichts.

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