USA provozieren Notfallpläne

Politik / 15.10.2013 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
US-Präsident Obama in einer Washingtoner Armenküche. RTS
US-Präsident Obama in einer Washingtoner Armenküche. RTS

Budgetstreit: IWF-Vizechef warnt vor Zusammenbruch der Geldmärkte.

Washington. Zentralbanken rund um den Globus schmieden Notfallpläne für eine Pleite der USA. Auf dem Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Wochenende seien Handlungsoptionen für den Zahlungsausfall diskutiert worden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Dass die USA ihren Finanzstreit in der Vergangenheit immer rechtzeitig entschärft hätten, sei absolut kein Grund, sich nicht auf den Fall der Fälle vorzubereiten, erklärte der künftige Vizegouverneur der britischen Notenbank: „Ich würde erwarten, dass die Bank of England für diesen Fall plant.“

Die Hoffnungen, dass im Streit um die US-Finanzen doch noch ein Kompromiss gelingt, sind zuletzt allerdings gestiegen. Spitzenvertreter von Republikanern und Demokraten arbeiteten an einer Übergangslösung, die den Konflikt für das laufende Budgetjahr vorerst entschärfen könnte. Beide Seiten schlugen überraschend versöhnliche Töne an.

Sollten die USA bis Freitag keine Einigung über die Anhebung der gesetzlichen Schuldengrenze erzielen, könnte die Supermacht ihre Rechnungen bald nicht mehr komplett bezahlen. Auch bei einigen Geldmarktpapieren mit kurzen Laufzeiten droht der weltgrößten Volkswirtschaft dann der Zahlungsausfall. Vor diesem Szenario zittern die Finanzmärkte.

Sollte es wirklich so weit kommen, dürften Notenbanken ähnlich reagieren wie nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008. Damals gerieten Anleger in Panik – weltweit stürzten die Börsen ab, die kurzfristige Kreditvergabe kam praktisch zum Erliegen. Die Notenbanken stellten in großem Stil Notfallliquidität bereit und spannten Sicherheitsnetze auf, um sich gegenseitig mit Devisen zu versorgen.

IWF-Vizechef David Lipton warnte die US-Regierung vor den Folgen eines eskalierenden Haushaltsstreits. Sollte keine Lösung gefunden werden, „könnte das die internationalen Geldmärkte zumindest schwer erschüttern, wenn es sie nicht sogar zum Erliegen bringt“.

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