Empfang bei Franziskus: „Dem Papst gefallen keine fürstlichen Priester“

Politik / 21.10.2013 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Papst erübrigte 20 Minuten für Limburger Bischof. Auch Meisner bei Franziskus.

Rom. (VN-tm) Erst empfing Papst Franziskus eine Delegation des Lutherischen Weltbundes , dann den Erzbischof von Köln. Joachim Meisner hatte 2200 Messdiener aus seinem Bistum nach Rom begleitet. Erst um 12 Uhr öffnete sich die Tür für den Bischof von Limburg. Gerade mal 20 Minuten sprach Franziskus mit Franz-Peter Tebartz-van Elst. Über den Inhalt des Gesprächs verlautete kein Sterbenswörtchen.

Der Limburger Bischof hatte acht Tage lang in Rom auf seine Audienz warten müssen. Man fühlt sich ein klein wenig an den berühmten „Canossagang“ von König Heinrich IV. erinnert. Der Limburger Mitbruder im Bischofsamt musste freilich nicht drei Tage lang in Eis und Schnee und auch nicht im Büßerhemd ausharren, wie der deutsche König das im Jänner 1077 tat. Überhaupt scheint Tebartz-van Elst bis heute nicht bereit zu sein, einen Amtsverzicht auch nur anzubieten.

„Den Dorn in der Flanke“

Die Tatsache, dass sich die Baukosten für seine bischöfliche Residenz statt auf fünf auf mindestens auf 31 Millio­nen Euro belaufen werden, hat Tebartz-van Elst den Übernahmen „Protz-Bischof“ eingetragen. Was Papst Franziskus von alldem hält, lässt das jüngste Interview mit Erzbischof Victor Fernández in der römischen „Repubblica“ erahnen. Fernandez gilt als „rechte Hand“ von Franziskus in theologischen Belangen. Kurz vor der Audienz des Limburger Bischofs betonte Fernández: „Dem Papst gefallen keine fürstlichen Priester, die zu kostspielige Ferien lieben, Abendessen in den besten Restaurants, zur Schau gestellte Kostbarkeiten auf der Kleidung.“ Mächtige würden stets „den Sporn Bergoglios fühlen wie einen Dorn in der Flanke“.

Der 53-jährige Sohn einer niederrheinischen Bauernfamilie galt bis zu seiner Bischofsbestellung als glänzender Theologe. Seine Haltung zu Ehe und Familie, aber auch zum Islam ließ den konservativen Charakter erkennen. Jung und linientreu. Auch auf Einladung der Diözese Feldkirch hielt Tebartz-van Elst zwei Vorträge.

Als Bischof ist er inzwischen derart umstritten, dass eine Rückkehr nach Limburg äußerst schwer fallen dürfte. Wenngleich er mächtige Fürsprecher hat: Neben Joachim Meisner hat sich auch der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, auf seine Seite gestellt.

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