Salzburger SP-Chef will ein höheres Gehalt

Politik / 21.10.2013 • 21:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Salzburg. Partei-Vorsitz als Ehrenamt oder bezahlte Arbeit? Walter Steidl, seit 5. Oktober Chef der bei den Wahlen im Frühjahr schwer geschlagenen Sozialdemokraten, will Geld auch für seine Arbeit als Parteichef. Er komme mit den 7752 Euro Brutto-Gehalt (rund 3800 Euro netto) als Klubchef im Landtag nicht aus, „da lachen mich die anderen ja aus“, so Steidl vor wenigen Tagen gegenüber verschiedenen Medien.

Er, Steidl, habe seinen Brotberuf als Gewerkschafter der Privatangestellten (Druck, Journalismus, Papier, Anm.) aufgegeben. Bis zur erdrutschartigen Wahlniederlage der SPÖ (verursacht durch den Finanzskandal, Anm.) im vergangenen Frühjahr war Steidl Landeshauptmann-Stellvertreter und verdiente 14 mal 14.688 Euro monatlich. Offensichtlich wolle er da nicht allzu weit zurückfallen, so ein Funktionär gegenüber den „Salzburger Nachrichten“. Um wie viel Geld aus der Parteikasse es jetzt genau geht, ist unklar. Die Rede war mehrfach von 3000 brutto zusätzlich zum Dienstauto der Partei. Dies bezeichnete Steidl selbst aber als „Intrige“ und Teil einer „allgemeinen Neiddebatte“, er habe nie eine konkrete Summe verlangt.

„Schlechte Optik“

Vor allem an der SPÖ-Basis scheint es für Steidl wenig Verständnis zu geben. Bei den Salzburger SPÖ-Spitzenfunktionären aber könnte sich eine Mehrheit für Steidls Forderungen bilden. Zwar hat AK-Direktor Gerhard Schmidt „Bedenken“ geäußert und von „schlechter Optik“ gesprochen. Die sieht auch Bürgermeister Heinz Schaden, „die Diskussion macht mich nicht glücklich“.

Aber eindeutig für Steidl Position bezieht Gudrun Mosler-Törnström. Die zweite Landtagspräsidentin sagte, es sei legitim, über eine angemessene Aufwandsentschädigung nachzudenken: „Wenn wir die besten Leute wollen und 200-prozentigen Einsatz verlangen, müssen wir entsprechend zahlen.“

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