„Wir sind eine Familie“

Politik / 23.10.2013 • 21:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch vor dem Einzug ins Parlament spricht Frank Stronach über seinen Abgang in ein, maximal eineinhalb Jahren.
Noch vor dem Einzug ins Parlament spricht Frank Stronach über seinen Abgang in ein, maximal eineinhalb Jahren.

Stronach mit versöhnlichen Tönen und der Ankündigung, sich zurückziehen zu wollen.

Oberwaltersdorf. Betont geschlossen und zuversichtlich präsentierte sich gestern das Team Stronach nach der ersten Bundesdirektoriumssitzung mit Parteigründer Frank Stronach. Die Unruhen seien beseitigt, „wir sind eine Familie“, ließ der Milliardär im Anschluss vor den Reportern wissen. Gleichzeitig entschuldige er sich dafür, falls er zeitweise zu ruppig gewesen sei. Und er bekräftigte seinen Polit-Rückzug. Vage blieb, wann es so weit sein wird.

Vieles blieb unbeantwortet

Es blieb so einiges unklar. Denn wirkliche Ergebnisse brachte die Sitzung nicht. Ob man nun mehr Demokratie in den Parteistatuten verankert, blieb unbeantwortet.

Die Hauptaufgabe sei jetzt, Kompetenzen festzulegen zwischen Bund und Ländern. Ende November soll es wieder eine Sitzung des Gremiums geben. Dort sollen auch „die vier wichtigsten Prinzipien“ ausgearbeitet werden, die dann jeder unterschreiben solle. Stronachs Stellvertreterin Kathrin Nachbaur erklärte auf Nachfrage, man wolle etwas Ähnliches wie die Magna-Verfassung erarbeiten. Ziel sei es, dass „die Werte und das System“ stärker seien als Einzelpersonen, auch als Stronach selbst.

Rückzug angekündigt

Unklar ist weiterhin auch, ob Stronach noch Darlehen in Spenden umwandeln wird und ob es eine Anzeige gegen die frühere ORF-Generaldirektorin Monika Lindner, die nicht auf ihr Mandat verzichten will, geben wird. Auch was seinen Abgang betrifft, wurde der Austro-Kanadier nicht wirklich konkret: Er werde am 29. Oktober ins Parlament einziehen und dort hoffentlich eine konstruktive Ansprache halten. In einem, spätestens in eineinhalb Jahren wolle er nicht mehr täglich involviert sein.

Stronachs Mitstreiter zeigten sich jedenfalls nach der Sitzung auch demonstrativ besänftigt: Für die Bedürfnisse nach mehr Demokratie gebe es jetzt eine „langfristige Perspektive“, sagte der ehemalige Klubchef Robert Lugar, der ab kommender Woche nur mehr als einfacher Abgeordneter im Parlament sitzen wird. Auch der Salzburger Landesrat Hans Mayr – er war von der Parteispitze als Landeschef abgesetzt worden – ist eigenen Angaben zufolge guter Dinge, „dass der eingeschlagene Weg der richtige ist“. Wie Mayr ging es dem Kärntner Landesrat Gerhard Köfer, der sich nach einem „Vater-Sohn“-Gespräch unter vier Augen zufrieden zeigte.

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