Kopf hatte bereits mehrere Leben

Politik / 28.10.2013 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
ÖVP-Chef Michael Spindelegger (l.) mit Ex-Klubobmann Karlheinz Kopf: Ablöse wurde durch notwendig gewordene Neuwahl möglich. Foto: APA
ÖVP-Chef Michael Spindelegger (l.) mit Ex-Klubobmann Karlheinz Kopf: Ablöse wurde durch notwendig gewordene Neuwahl möglich. Foto: APA

Ablöse als Klubobmann hat in den letzten zweieinhalb Jahren immer wieder gedroht.

Wien. (VN-joh) Karlheinz Kopf nimmt seine Ablöse als Klubobmann zumindest nach außen hin gelassen. Dabei hatte er nie verhehlt, dass er sein Amt behalten möchte. Letztlich ist ihm aber nichts anderes übrig geblieben, als dem „Wunsch“ des Parteichefs zu gehorchen und heute für die Funktion des Zweiten Nationalratspräsidenten zu kandidieren.

Im Nachhinein betrachtet ist es ein kleines Wunder, dass sich der 56-jährige Altacher so lange halten konnte: Seit Michael Spindelegger im Frühjahr 2011 den Parteivorsitz übernommen hatte, wurde er immer wieder angezählt. Die beiden verbindet schließlich nur ein professionelles Arbeitsverhältnis – und keine dicke Freundschaft. Zu unterschiedlich sind sie.

Klubobmann geworden ist Kopf unter Spindeleggers Vorgänger Josef Pröll 2008: „Ich kann mich blind auf ihn verlassen“, hatte der Ex-ÖVP-Chef in einem VN-Interview gesagt und Kopf prompt mit der zweitwichtigsten Funktion der Bundespartei betraut. Die Zusammenarbeit währte jedoch nicht lange. Im April 2011 trat Pröll zurück.

Spindeleggers erste Ankündigung war ein großer ÖVP-Umbau. Auch Kopfs Ablöse wurde erwartet: „Ich bin in der nächsten Zeit dort, wo man mich braucht“, sagte er, blieb letztlich jedoch Klubobmann – konfrontiert allerdings mit einem frischen Wind: Immer wieder machten etwa Spindelegger und seine rechte Hand, ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch, Medienpolitik – für die Kopf zuständig gewesen wäre.

Im Sommer 2012 erwog der Parteichef einmal mehr eine Ablöse des Klubobmannes. Wieder hielt sich Kopf. Bis gestern eben. Da nützte Spindelegger die Gelegenheit zur Ablöse, die sich durch die mit dem Beginn einer Legislaturperiode nötig gewordenen Klubobmann-Neuwahl ergab.

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