EU verbietet Staubsauger

Politik / 29.10.2013 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die EU-Kommission verbannt ab September 2014 energiehungrige Staubsauger aus dem europäischen Markt. Foto: DPA
Die EU-Kommission verbannt ab September 2014 energiehungrige Staubsauger aus dem europäischen Markt. Foto: DPA

Haushaltsgeräte mit sehr hohem Stromverbrauch sollen dem Klimaschutz weichen.

Wien. (VN-ebi) Erst war es die Glühbirne, jetzt ist es der Staubsauger. Die EU will energiehungrige Haushaltsgeräte aus dem Verkehr ziehen. Denn weniger Stromverbrauch schont die Umwelt. Ab September 2014 wird daher der Verkauf von Staubsaugern mit einer Leistung von über 1600 Watt verboten sein. Neue Vorgaben für den maximalen Stromverbrauch weiterer Produkte sind bereits beschlossen, etwa für Computer und Boiler. Ab 1. November gelten neue Regeln für Wäschetrockner.

Der EU gehe es um „Energieeffizienz, Kostenersparnisse für die Konsumenten und die Erreichung der Klimaschutzziele 2020“, wie Heinz-Rudolf Miko, Pressesprecher der Vertretung der EU-Kommission in Wien, gestern im VN-Gespräch erläuterte. Alleine die Energieeinsparung, die in ganz Europa bis 2020 durch das Verbot energiefressender Staubsauger erzielt werden könne, entspreche ungefähr der Leistung von vier Atomkraftwerken, erklärt er.

Die meisten österreichischen EU-Abgeordneten sehen die Maßnahme positiv. Was für Autos gelte, müsse auch für Haushaltsgeräte Gültigkeit haben, betonte etwa SPÖ-Europamandatarin Karin Kadenbach. Ziel sei es, die Energieeffizienz in Europa zu steigern, erklärte Richard Seeber von der ÖVP. Die ­Europaabgeordnete Ulrike Lunacek (Grüne) sprach von „guten Nachrichten für die Konsumenten“, da Stromkosten gespart und bessere Produkte gekauft würden. „Es geht darum, dass der Staubsauger bei gleicher Saugleistung weniger verbraucht, sonst würde die Maßnahme ja keinen Sinn machen“, so Miko. Zudem werde auch
die Konsumenteninformation verbessert: „Wie bereits bei Kühlschränken und Waschmaschinen kann künftig bei Staubsaugern abgelesen werden, welches Gerät energieeffizient ist und welches weniger.“ Die Bandbreite reicht vom grünen A für geringen Stromverbrauch bis zum roten G für hohen Verbrauch.

Mölzer und Martin schäumen

Kritik an der neuen Regelung kommt von den EU-Abgeordneten Andreas Mölzer (FPÖ) und Hans-Peter Martin. Beide orten eine EU-Überregulierung. „Wieder einmal saugt die EU-Kommission eine überbordende Regulierung aus den Fingern“, so Martin.

In Brüssel nimmt man freilich weitere Geräte und Vorrichtungen ins Visier, die in Bezug auf Wasser-, Strom- und Energieverbrauch von ähnlichen Regelungen wie der Staubsauger betroffen sein könnten. So wäre es möglich, dass auch stromfressende Kaffeemaschinen verboten werden, so Miko.

Bis 2020 wird die Leistung von vier Atomkraftwerken eingespart.

Heinz-Rudolf Miko

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.