Islamisten trotzen Verbot

Politik / 30.10.2013 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Anhänger der Muslimbrüder bei einer Demonstration in Kairo: Die islamistische Bewegung organisiert sich wieder im Untergrund. Foto: RTS
Anhänger der Muslimbrüder bei einer Demonstration in Kairo: Die islamistische Bewegung organisiert sich wieder im Untergrund. Foto: RTS

Muslimbrüder organisieren sich neu: Gewaltsamer Aufstand gegen Politiker und Christen.

Kairo. In Kairo wurde gestern Essam al-Arian, der letzte führende Muslimbruder auf freiem Fuß, verhaftet. Doch im Untergrund gruppieren sich nun die entmachteten Muslimbrüder neu. Aus diesem kehren sie wieder auf Straßen und Plätze zurück, von denen sie im Sommer blutig vertrieben wurden. Zwar nicht mehr im ganzen Land, aber an klug gewählten Schwerpunkten: Am Kairoer Tahrir-Platz und vor dem alten Königspalast von Ras et-Tin in Alexandria sowie um die islamische Azhar-Universität im ältesten Viertel der ägyptischen Hauptstadt. Das dort seit Mitte Oktober anhaltende studentische Aufbegehren zeigt, wie stark die Muslimbrüder diese traditionell aufgeklärte Bildungsstätte unterwandert haben. Doch die neuen Aktivitäten der Bruderschaft beschränken sich nicht nur auf Demonstrationen gegen das heutige Übergangsregime: Es häufen sich hinterhältige Anschläge, die gegen Politiker und Ordnungskräfte, aber vor allem auf koptische Christen gerichtet sind. Besonders am Wüstenrand bilden die Muslimbrüder regelrechte Kleinkampfgruppen. Dort stehen sie mit der Hamas und anderen Dschihadisten im Gazastreifen in Verbindung. Das Verfahren gegen den gestürzten Präsidenten aus den Reihen der Bruderschaft, Mohammed Mursi, das am Montag beginnt, verspricht nähere Aufschlüsse über diese gefährliche Achse der ägyptischen Muslimbrüder zum nahöstlichen, inzwischen nahezu weltweiten Gewalt­islam.

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