„Sicher die letzte Große Koalition“

Politik / 11.12.2013 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die ÖVP werde in fünf Jahren auf der Oppositionsbank landen, meint Franz Fischler.

Wien. (VN-joh) SPÖ und ÖVP wollten nicht mehr miteinander, sähen aber keine Alternative zur Fortsetzung einer Zusammenarbeit. Doch es werde die letzte Große Koalition sein, glaubt Ex-ÖVP-Politiker Franz Fischler.

Warum bringt die Große Koalition nichts Großes zusammen?

Fischler: Sie (SPÖ und ÖVP; Anm.) wollen schon lange nicht mehr miteinander. Daher ist das Ganze auch ein bisschen ein Krampf.

Warum lassen sie es dann nicht gleich sein?

Fischler: Weil sie keine Alternative zu einer Großen Koalition sehen. Wobei das vor allem auf Interessensvertretungen wie Wirtschaftskammer und Gewerkschaftsbund zurückzuführen ist.

Wird das die letzte Große Koalition?

Fischler: Wenn das herauskommt, was erwartet wird, dann ist das mit Sicherheit die letzte Große Koalition.

Sehen Sie selbst aus ÖVP-Sicht eine Alternative?

Fischler: Die Schwierigkeit der ÖVP ist wahrscheinlich noch größer als die der Sozialisten. Die Sozialisten könnten in stiller Absprache mit den Freiheitlichen eine Minderheitsregierung machen. Die ÖVP kann nur in Opposition gehen.

Wäre das schlimm?

Fischler: Das ist hartes Brot. Was aber dafür spricht, ist, dass es früher oder später ohnehin dazu kommen dürfte und der Erneuerungsprozess damit beschleunigt werden würde. Aber freiwillig
wollen die Interessensvertreter nicht in Opposition gehen.

Und daher gibt’s eben wieder Rot-Schwarz. Trauen Sie Sebastian Kurz dabei die Funktion des Außenministers zu?

Fischler: Der Herr Kurz ist ein ungeheuer talentierter Politiker. Und ich gehe davon aus, dass er auch die riesige Herausforderung, die die Außenpolitik darstellt, bewältigen kann; das Zeug dazu hat er.

Die Schwierigkeit der ÖVP ist größer als die der Sozialisten.

Franz Fischler, Ex-ÖVP-Politiker