Bangen um OSZE-Teams

Politik / 01.06.2014 • 22:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Trotz Annäherung auf diplomatischem Weg kommt Ostukraine nicht zur Ruhe.

Kiew, Moskau. (VN) Die beiden in der Ukraine vermissten Teams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind nach Angaben der OSZE weiter in der Hand ihrer Entführer. Der stellvertretende Leiter des Beobachtereinsatzes, Alexander Hug, sagte am Wochenende, Berichte über eine Freilassung könne er nicht bestätigen. Es gebe weder direkt noch indirekt Kontakt zu den Vermissten. Moskau soll Verhandlungen mit den Separatisten aufgenommen haben.

Nachdem bereits am Montag der Kontakt zu einer vier Mitglieder zählenden Gruppe in der Südostukraine zwischen Donezk und Luhansk abgebrochen sei, gebe es seit Donnerstagabend keinen Kontakt mehr zu einer fünf Mitarbeiter umfassenden Gruppe, die zuletzt im nordwestlichen Teil des Bezirks Luhansk aktiv gewesen sei. Zu den Hintermännern der Entführungen machte Hug keine Angaben. Die erste Gruppe wird von Rebellen unter dem Kommando des selbst ernannten Bürgermeisters der Stadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, festgehalten. Er hatte am Donnerstag eine baldige Freilassung der vier Beobachter in Aussicht gestellt. Der OSZE-Vertreter sagte, die Lage in der Ostukraine sei sehr angespannt und eine weitere Eskalation nicht ausgeschlossen. Zusätzlich erschwerten die Kämpfe zwischen Separatisten und Regierungstruppen die Arbeit seiner Organisation. Dabei sollen mindestens zwei Zivilisten getötet worden sein.

Truppenabzug

Russland soll zwei Drittel der etwa 40.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze wieder zurückgezogen haben. Das teilte das US-Außenministerium mit und forderte gleichzeitig einen vollständigen Rückzug. NATO-Chef Rasmussen begrüßt den Teilabzug. „Es gibt aber noch reine erhebliche Anzahl russischer Truppen, die aktiv werden könnten“, warnte er. Rasmussen kündigte zudem an, es werde heute, Montag, in Brüssel erstmals seit Monaten wieder ein Treffen des NATO/Russland-Rates geben.

Annäherung im Gasstreit

Im Streit über Gaspreise haben sich die Ukraine und Russland unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Oettinger angenähert. Die ukrainische Regierung hat am Wochenende 786 Millionen Dollar an den russischen Staatskonzern Gazprom überwiesen. Das Geld sollte bis heute auf einem Konto in Moskau eingehen. Danach sind weitere Verhandlungen geplant. Die Ukraine hat laut Gazprom offene Rechnungen von 5,2 Milliarden Euro. Moskau droht damit, Gas von morgen an nur noch gegen Vorkassa zu liefern.

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