Schweizer zahlen Vermögenssteuer

Politik / 05.06.2014 • 22:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Foto: EPA
Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Foto: EPA

Millionäre müssen umgerechnet mindestens 3774 Euro pro Jahr abliefern.

Wien. (VN-joh) Auch in der Schweiz ist die Vermögenssteuer ein Thema. Allerdings nicht die Einführung, sondern die Höhe, wie Marco Salvi von der Denkfabrik „Avenir Suisse“ gegenüber den VN bestätigt: „Angesichts der zunehmenden Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen wird sie immer wieder diskutiert.“ Eine Volksinitiative für eine Erhöhung sei 2013 in Zürich allerdings abgelehnt worden.

Durch die Vermögenssteuer kommen in der Schweiz umgerechnet 4,5 Milliarden Euro pro Jahr zusammen. Wobei das Prinzip der Selbstdeklaration gilt: Für die Bemessung angegeben werden müssen etwa Bargeld, Kunst- und Schmuckgegenstände, Bankguthaben und Grundstücke; für den Wert Letzterer liegt freilich eine amtliche Schätzung vor, wie Salvi erläutert. Verbindlichkeiten können von der Gesamtsumme abgezogen werden.

Das Vermögenssteuer-Aufkommen entspreche etwa einem Viertel des Mehrwertsteuer- und einem Zehntel des Einkommensteuer-Aufkommens, so Salvi: „Das ist eine signifikante Belastung.“

Wer z.B. im Kanton Basel auf ein zu versteuerndes Vermögen von einer Million Franken (rund 82.000 Euro) kommt, muss jedes Jahr 4600 Franken (3774 Euro) abliefern.

Die klassische Vermögenssteuer sieht Salvi kritisch: Sie trage etwa bei zu Kapitalflucht oder höherer Verschuldung, weil dadurch die Bemessungsgrundlage reduziert wird. Sinnvoller wäre eine Erbschaftssteuer.

Die Vermögenssteuer ist eine signifikante Belastung.

Marco Salvi

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