ISIL verübt Gräueltaten

Politik / 13.06.2014 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf der Flucht: Bewohner der Stadt Mossul. Foto: EPA
Auf der Flucht: Bewohner der Stadt Mossul. Foto: EPA

Terrorgruppe im Irak auf dem Vormarsch. Berichte von willkürlichen Hinrichtungen.

Bagdad. Die Irakkrise eskaliert und droht in einen internationalen Konflikt auszuarten. Die Islamisten versuchen, die Hauptstadt Bagdad einzukreisen. Die USA schließen eine militärische Reaktion nicht aus, um den Vormarsch der Terrorgruppe ISIL zu stoppen. Der iranische Präsident Hassan Ruhani sicherte dem schiitisch regierten Nachbarland die uneingeschränkte Solidarität im Kampf gegen die sunnitische Terrororganisation zu.

Die Vereinten Nationen schlugen Alarm wegen willkürlicher Hinrichtungen durch ISIL, der Terrororganisation für einen Islamischen Staat im Irak und der Levante. UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay berichtete, ISIL-Kämpfer hätten zusammen mit befreiten Gefangenen Zivilisten erschossen. Nach ihren Informationen seien allein in einer Straße von Mossul 17 Zivilangehörige der Polizei getötet worden.

ISIL selbst verbreitet im Internet Fotos von hingerichteten Soldaten und Polizisten. „ISIL hat Listen mit Polizisten, Soldaten und Politikern“, zitierte die kurdische Nachrichten-Plattform „Rudaw“ einen Flüchtling aus Mossul. „Wenn du an einem Kontrollpunkt erwischt wirst und auf der Liste stehst, töten sie dich.“

Bagdad befürchtet Angriff

In der irakischen Hauptstadt Bagdad bereiteten sich Sicherheitskräfte und Bürger auf mögliche Angriffe der Dschihadisten vor. Augenzeugen berichteten von massiven Sicherheitsmaßnahmen. Polizei und Soldaten patrouillierten durch die Straßen, Kontrollposten würden aufgebaut.

US-Präsident Barack Obama schloss unterdessen militärische Optionen als Reaktion auf den ISIL-Vormarsch nicht mehr aus. Er wolle sicherstellen, dass die Extremisten gestoppt werden könnten, sagte er am Donnerstagabend. Obama forderte die schiitische irakische Führung auf, an einer politischen Lösung zu arbeiten.

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