Irak: Islamisten setzen nun auch Ölindustrie zu

Politik / 18.06.2014 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Größte Raffinerie des Landes südlich von Bagdad erobert.

Bagdad. Nach zahlreichen Städten im Norden des Iraks haben es die Extremisten der Gruppe ISIL nun auch auf die wichtige Ölindustrie des Landes abgesehen. Kämpfer belagerten gestern die größte Raffinerie des Landes rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad. Sollten sie sie zerstören oder erobern, wäre das ein empfindlicher Schlag für die irakische Wirtschaft.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki meldete Erfolge einer Gegenoffensive: Nach dem ersten „Schock“ habe man wieder die Initiative zurückgewonnen. Der überraschend schnelle Gebietsverlust in den vergangenen Tagen habe dem Land geholfen, seine nationale Einheit zurückzuerlangen. Derweil gab es Meldungen, wonach die Armee Teile der am Montag von Extremisten eingenommenen Stadt Tal Afar zurückerobert habe.

Berichten zufolge nahmen die ISIL-Kämpfer Dutzende ausländische Bauarbeiter gefangen. Das türkische Außenministerium teilte mit, seine Botschaft prüfe Meldungen, wonach bei Kirkuk 60 Arbeiter entführt worden sein sollen. Darunter seien 15 Türken, die anderen kämen aus Pakistan, Bangladesch, Nepal und Turkmenistan, hieß es in einem Bericht der Agentur Dogan. Das indische Außenministerium teilte unabhängig davon mit, dass 40 indische Bauarbeiter vermisst würden. Indien schickte einen ranghohen Diplomaten nach Bagdad.

Obama zurückhaltend

Ob es sich um unterschiedliche Fälle handelte, war zunächst unklar. Vergangene Woche hatten ISIL-Kämpfer 49 Menschen aus dem türkischen Konsulat in Mossul sowie 31 türkische Lkw-Fahrer in ihre Gewalt gebracht.

US-Präsident Barack Obama rückt nach Angaben von Washingtoner Regierungskreisen von Luftangriffen auf die Extremisten ab. Es gebe nur wenige klare Ziele für Angriffe, hieß es zur Begründung. Der Irak hat die USA um Luftunterstützung gegen ISIS gebeten, Obama wollte gestern Abend (Ortszeit) mit Führern des Kongresses die Lage erörtern.

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