Irak gesteht den Verlust Hunderter Soldaten ein

Politik / 23.06.2014 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Irak gesteht den Verlust Hunderter Soldaten ein

US-Außenminister Kerry fordert Regierung der nationalen Einheit.

Bagdad. Die Jihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIL) hat im Zuge ihres Vormarschs im Irak bereits „Hunderte“ Soldaten getötet. Das sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Sprecher von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, Generalleutnant Kassem Atta, gestern im irakischen Fernsehen. ISIL brachte indes eine strategisch wichtige Stadt im Nordwesten des Landes vollständig unter ihre Kontrolle. Die Aufständischen hätten Tal Afar erobert, erklärte ein örtlicher Regierungsvertreter. Die irakische Armee habe sich inzwischen zurückgezogen, ein Großteil der Bevölkerung sei aus der Region geflohen.

Bei einem Angriff auf einen Gefangenentransport südlich von Bagdad wurden gestern mehr als 70 Menschen getötet. Wer den Konvoi angegriffen hatte, war unklar.

Bei ihrem Vormarsch aus dem Norden des Irak hatten ISIL-Extremisten seit dem
9. Juni mehrere große Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Ziel von ISIL ist die Gründung eines grenzübergreifenden islamischen Staats in der Region. US-Außenminister John Kerry forderte die irakische Führung gestern Nachmittag bei einem Überraschungsbesuch in Bagdad auf, eine Regierung zu bilden, die die Interessen aller Iraker vertrete, wie das State Department mitteilte.

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