Israel weitet Angriffe aus

Politik / 31.07.2014 • 20:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Spuren der Verwüstung: Gaza Stadt gestern Vormittag. Foto: RTS
Spuren der Verwüstung: Gaza Stadt gestern Vormittag. Foto: RTS

Weitere 16.000 Reservisten mobilisiert: Eine Waffenruhe ist nicht in Sicht.

Tel Aviv. Trotz immer größerer Not der palästinensischen Bevölkerung setzen Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas ihren Krieg unerbittlich fort. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte gestern, Vorschläge für eine Waffenruhe seien nur akzeptabel, wenn Israel weiter Tunnelanlagen im Gazastreifen zerstören könne. Die radikal-islamische Hamas lehnt dies ab.

Die Militäroffensive fordert immer mehr Opfer. Nach Angaben des Sprechers des palästinensischen Gesundheitsministeriums, Aschraf al-Kidra, stieg die Zahl der Toten bis gestern Nachmittag auf 1390. Rund 8000 Personen wurden demnach seit dem Beginn der Kämpfe am 8. Juli verletzt.

Die israelische Armee plant, ihre Offensive noch auszuweiten. Wie der Rundfunk meldete, hat das Militär 16.000 weitere Reservisten mobilisiert. Damit beläuft sich die Zahl der einberufenen Reservisten auf insgesamt 86.000.

„Hamas zahlt hohen Preis“

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon warf der Hamas vor, die große Zahl ihrer getöteten Kämpfer zu verbergen: „Die Hamas zahlt einen sehr hohen Preis.“

Die palästinensische Seite unterscheidet bei der Veröffentlichung der Opferzahlen nicht zwischen Kombattanten und Zivilisten.

Israelische Medien berichteten, eine Regierungsdelegation habe mit Vertretern Ägyptens über eine Waffenruhe beraten. Der israelische Finanzminister Jair Lapid sagte gestern: „Ich denke, die Operation wird mit einer Einigung mit Ägypten enden, mit der Hamas sprechen wir nicht.“

Angesichts der steigenden Totenzahlen und der verheerenden Zerstörungen im Gazastreifen hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas das Gebiet zum „humanitären Katastrophengebiet“ erklärt. Er forderte die UNO auf, alles zu unternehmen, um den Menschen in der Enklave am Mittelmeer zu helfen.

Premier Netanjahu (r.), Verteidigungsminister Jaalon. Foto: RTS
Premier Netanjahu (r.), Verteidigungsminister Jaalon. Foto: RTS