“Massiver Rückgang”

Politik / 19.08.2014 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
"Massiver Rückgang"

Während die Zahl der Einbürgerungen österreichweit steigt, nimmt sie in Vorarlberg ab.

Wien. (VN-ebi) Immer mehr Personen erhalten in Österreich die Staatsbürgerschaft. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Halbjahr 2014 fort. Österreichweit wurden 3814 Personen eingebürgert. Das sind um 2,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2013. Dieser „kontinuierlich leichte Anstieg“ würde weiterhin anhalten, heißt es vonseiten des Außenministeriums. In Vorarlberg allerdings zeichnet sich eine entgegengesetzte Entwicklung ab.

Höhepunkt im Jahr 2002

„Wir stellen fest, dass die  Einbürgerungen in Vorarlberg in den letzten zehn Jahren massiv zurückgegangen sind“, erklärt Integrationslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) im VN-Gespräch. Grund dafür sei vor allem die sinkende Zahl türkischer Zuwanderer. Das wirke sich natürlich auf die Staatsbürgerschaftsvergabe aus, so Schwärzler.

Im ersten Halbjahr 2014 wurden in Vorarlberg 201 Personen eingebürgert. Das sind um 2,9 Prozent weniger als 2013. Speziell in den 1990er- Jahren erlebte das westlichste Bundesland einen Anstieg bei der Staatsbürgerschaftsvergabe. Mit über 3000 Einbürgerungen erreichte Vorarlberg im Jahr 2002 den Höhepunkt. Seither nimmt die Zahl konstant ab.

„Deutsch ist Voraussetzung“

Insgesamt jedoch werden immer mehr Staatsbürgerschaften in Österreich vergeben. Die stärksten Zuwächse gab es im Burgenland (+26 Prozent) und in der Steiermark (+24 Prozent), gefolgt von Tirol (+6,1 Prozent), Kärnten (+5,1 Prozent) und Wien (+4,2 Prozent). „Weil 1,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich leben, von denen aber 800.000 bis 900.000 keine Staatsbürgerschaft haben“, sei anzunehmen, dass sich der Trend eines Einbürgerungsanstiegs fortsetze, erklärt Gerald Fleischmann, Sprecher des Außenministeriums, auf VN-Anfrage. Und dies sei durchaus zu begrüßen: „Alle, die österreichische Staatsbürger werden, erfüllen so hohe Kriterien, dass es im absoluten Interesse ist, sie anzunehmen.“ Personen, die nicht unbescholten seien, nicht Deutsch sprechen oder sich nicht selbst erhalten könnten, würden dem Gesetz zufolge schließlich gar nicht eingebürgert werden, so Fleischmann.

Bosnien an erster Stelle

Unter den Herkunftsländern stand Bosnien und Herzegowina mit 593 (15,5 Prozent) Eingebürgerten an erster Stelle. Es folgten die Türkei (453 Personen bzw. 11,9 Prozent), Serbien (385 bzw. 10,1 Prozent) sowie der Kosovo (212), die Russische Föderation (211), Rumänien (132), Mazedonien (105), Deutschland (98), China (98) und Kroatien (94). Mehr als ein Drittel der neuen Staatsbürger (38,4 Prozent) war bereits in Österreich geboren.

Staatsbürgerschaft in Österreich

Wer die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen: Deutschkenntnisse, ein positiver Staatsbürgerschaftstest, Unbescholtenheit und ein zehnjähriger Aufenthalt in Österreich. Manche Personengruppen können nach einem sechsjährigen Aufenthalt eine Staatsbürgerschaft erhalten: u.a. Asylberechtigte und in Österreich Geborene.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.