Konvoi erreicht Lugansk

Politik / 22.08.2014 • 22:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Teil des Hilfskonvois aus Russland ist am Freitag in der umkämpften Stadt Lugansk eingetroffen.   FOTO: REUTERS
Ein Teil des Hilfskonvois aus Russland ist am Freitag in der umkämpften Stadt Lugansk eingetroffen.  FOTO: REUTERS

Russischer Hilfskonvoi ohne Genehmigung in die Ukraine gefahren. Kritik aus EU und USA.

kiew, moskau. In der umkämpften ostukrainischen Stadt Lugansk sind am Freitag die ersten Lastwagen des russischen Hilfskonvois eingetroffen, der eine Woche an der russisch-ukrainischen Grenze gestanden ist. Journalisten haben beobachtet, wie mindestens 100 Fahrzeuge am Morgen zum Teil ohne Erlaubnis der Ukraine von Russland aus die Grenze überquerten. Sie sollen Lebensmittel, Wasser, Generatoren und Schlafsäcke für die seit Wochen unter den Kämpfen leidende Bevölkerung der Stadt geladen haben.

Die ukrainische Regierung bezeichnete das Vorgehen Russlands, die Lkw ohne deren Erlaubnis  über die Grenze in Richtung Lugansk zu schicken, als „direkte Invasion“. Der Chef des ukrainischen Sicherheitsrates, Valentin Naliwaitschenko, habe aber versichert, es werde aber keine Gewalt gegen den Hilfskonvoi angewendet. Allerdings rief er die Partner der Ukraine dazu auf, „die illegalen und aggressiven Aktionen Russlands“ entschieden zu verurteilen. Dieser Aufforderung hat EU-Kommissar Barroso umgehend Folge geleistet. Auch John Kirby, Sprecher im US-Verteidigungsministerium, verurteilte Russland und drohte indirekt mit neuen Sanktionen. Und der UN-Sicherheitsrat hat wegen der ungenehmigten Einreise des Hilfskonvois in die Ukraine eine Dringlichkeitssitzung anberaumt.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz berichtete von heftigem Beschuss der Separatistenhochburg Lugansk, für die die Hilfsgüter aus Russland bestimmt sind. Kürzlich meldete das ukrainische Militär, Lugansk zu einem großen Teil zurückerobert zu haben. Doch die Stadt scheint – wie die andere Rebellenbastion Donezk – noch von prorussischen Aufständischen kontrolliert zu werden. Die Separatisten teilten indes mit, sie hätten mehrere Orte rund um die Großstadt Donezk unter ihre Kontrolle gebracht.

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