U-Haft für die Dschihadisten

Politik / 22.08.2014 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Austrian Interior Minister Johanna Mikl-Leitner addresses a news conference in Vienna August 22, 2014. Mikl-Leitner said support for radical Islamists was on the rise in Austria and called for closer European cooperation to address the issue. Authorities suspect around 130 people from Austria - most of them foreign citizens - have allied themselves with Islamic militants fighting abroad, officials in Vienna said on Friday, raising their estimate by nearly a third. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: CRIME LAW POLITICS HEADSHOT)
Austrian Interior Minister Johanna Mikl-Leitner addresses a news conference in Vienna August 22, 2014. Mikl-Leitner said support for radical Islamists was on the rise in Austria and called for closer European cooperation to address the issue. Authorities suspect around 130 people from Austria – most of them foreign citizens – have allied themselves with Islamic militants fighting abroad, officials in Vienna said on Friday, raising their estimate by nearly a third. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA – Tags: CRIME LAW POLITICS HEADSHOT)

Die Behörden sind gewarnt: Die Zahl der radikalen Islamisten in Österreich steigt an.

wien. (VN-hrj) Bereits 130 Personen aus Österreich kämpfen als Dschihadisten im Ausland, sind von dort zurückgekehrt oder auf dem Weg zu Kriegsschauplätzen, gibt das Innenministerium an. Laut Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) steigt die Zahl der Dschihadisten und der radikalen Islamisten an.

Von diesen 130 von den Behörden als „Dschihadisten“ bezeichneten Personen sind laut Mikl-Leitner eine Vielzahl russische Staatsbürger, 40 von ihnen sind im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft. Zwei Drittel seien aus Kriegsgebieten zurückgekehrt, ein Drittel sei zurzeit vor Ort im Kampfeinsatz oder auf dem Weg dorthin.

Neun Personen in U-Haft

Auch unter den neun Verdächtigen, die vergangenen Montag an einer Grenze festgenommen wurden, als sie ausreisen wollten, sollen drei bereits auf fremdem Territorium gekämpft haben. Über alle neun Personen wurde inzwischen Untersuchungshaft verhängt.

In ihrem Fall ermitteln die Behörden wegen mehrerer Straftatbestände. „Neben Mitgliedschaft und Finanzierung einer terroristischen Vereinigung geht es dabei auch um Sozialbetrug, um für den Kampfeinsatz die nötigen Mittel aufzutreiben“, teilt der Generaldirektor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Konrad Kogler, mit. Die Ermittlungen werden auch auf das Umfeld der Verdächtigen ausgeweitet.

Das Täterprofil ist aus Koglers Sicht klar: Es handle sich um junge Männer, die oft ohne Ausbildung oder berufliche Perspektive dastünden. Hinweise auf Radikalisierung erhofft sich der BVT-Generaldirektor von „Eltern und Verwandten“.

Gehofft wird, durch die Befragung der Verdächtigen weitere Dschihadisten mit Kurs auf Syrien ausforschen zu können. Man werde die Ermittlungen intensiv fortsetzen.

Im Zusammenhang mit Radikalisierungsprozessen wurden allein im Vorjahr in Österreich 96 Personen – allesamt russische Staatsbürger – der Asylstatus aberkannt, stellt Mikl-Leitner klar. So soll auch im konkreten Fall vorgegangen werden. Bei den Festgenommenen soll es sich großteils um Flüchtlinge aus Tschetschenien handeln, sowie um einen türkischstämmigen Österreicher, der als Schleuser oder Organisator agiert haben soll. Den Flüchtlingen soll der Asyl-Status entzogen werden. Die Verfahren seien eingeleitet, hieß es am Freitag. Allerdings kann man im Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl keine Auskunft geben, wie lange diese dauern werden.

Die Zahl der Dschihadisten und der radikalen Islamisten steigt an.

Johanna Mikl-Leitner