Schelling hat sehr gute Karten

Politik / 29.08.2014 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hans Jörg Schelling werden gute Chancen eingeräumt, Finanzminister zu werden. Die Entscheidung verkündet die ÖVP am Wochenende.  APA
Hans Jörg Schelling werden gute Chancen eingeräumt, Finanzminister zu werden. Die Entscheidung verkündet die ÖVP am Wochenende.  APA

Der gebürtige Vorarlberger ist als Finanz­minister vorgesehen.

wien. (VN-hrj) Die ÖVP hält sich bedeckt. Auch Landeshauptmann Markus Wallner hat lediglich mitgeteilt, dass die Personalentscheidung zum Finanzressort erst am Wochenende verkündet wird. Doch Mitterlehner soll sich bereits entschieden haben: Hans Jörg Schelling, der bisherige Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, soll Michael Spindelegger als Finanzminister nachfolgen. Die VN berichtete.

Der 60-jährige gebürtige Vorarlberger gilt als politischer Experte. Fachliche Qualifikation bringt er als langjähriger Betriebswirt und Unternehmensberater ins Finanzministerium mit. Fachwissen im Bankwesen hat er sich als Aufsichtsrats-Vorsitzender der Problembank ÖVAG (Volksbanken AG) angeeignet, die er sanieren will. Dabei kündigte er eine lückenlose Aufarbeitung der Vergangenheit an.

Schelling ist Wirtschaftsbündler – wie Mitterlehner – und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich. Von Februar 2007 bis Oktober 2008 war er Nationalratsabgeordneter der ÖVP. Gemeinsam mit Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und dem bisherigen Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) habe er die Gesundheitsreform für die Sozialversicherung bzw. die Länder ausverhandelt. Dabei habe er es sich mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll gründlich verscherzt, weil er Einsparungen im niederösterreichischen Gesundheitswesen vorgeschlagen hatte.

Erfahrung in politischen Verhandlungen hat Schelling als Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger gesammelt. Er war für die Sanierung der Krankenkassen mitverantwortlich.

„Knorriger Weinbauer“

Der höchstwahrscheinlich neue Finanzminister ist zweifacher Familienvater, kocht gerne, segelt und spielt Golf, lebt in St. Pölten, hat einen Zweitwohnsitz am Attersee sowie ein Weingut gepachtet. Als sein Ziel nennt er, „für meinen Wein Prämierungen zu bekommen und im Alter ein richtig knorriger Weinbauer zu werden.“

Wird Schelling Finanzminister, hat er bereits am Montag den ersten Fixtermin: Um 8.30 Uhr erwartet Bundespräsident Heinz Fischer den neuen Finanzressortchef zum Informationsgespräch.

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