“Von zwei Desastern das kleinere wählen”

Politik / 29.08.2014 • 22:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Michel Reimon: „Nichts zu tun, ist die schlechtere Lösung.“  STEURER
Michel Reimon: „Nichts zu tun, ist die schlechtere Lösung.“ STEURER

schwarazach. (VN-hrj) Der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon reiste kürzlich in den Nordirak, um einschätzen zu können, wie den vom Islamischen Staat bedrohten Menschen langfristig geholfen werden kann.

Warum haben Sie sich neben humanitärer Hilfe auch für Waffenlieferungen an die
Kurden ausgesprochen?

Reimon: Es gibt drei Möglichkeiten, und alle sind schlecht: 1. Wir tun gar nichts. 2. Wir liefern Waffen, dass sich die Peschmerga-Streitkräfte vor Ort gegen den IS verteidigen können. 3. Wir schicken Bodentruppen. Da aber weder Amerikaner noch Europäer bereit sind, eigene Soldaten zu schicken, bleibt nur die Wahl zwischen den ersten beiden Möglichkeiten. Entscheiden muss man sich für die weniger schlechte, weil die weniger Menschenleben kostet.

Aber überall, wohin Waffen geliefert werden, wird das Desaster größer.

reimon: Korrekt. Aber es geht hier darum, von zwei Desastern das kleinere zu wählen. Ich habe erlebt, wie es den Menschen dort geht. Sie sagen: „Bitte, gebt uns etwas, damit wir unsere Kinder verteidigen können.“ Ich halte es nicht für akzeptabel, ihnen zu antworten: „Ich habe meine Prinzipien, deswegen tu ich das nicht.

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