Zeltstädte nicht ausgeschlossen

Politik / 29.08.2014 • 22:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mikl-Leitner erntet Kritik von der Wiener Sozialstadträtin.  REUTERS
Mikl-Leitner erntet Kritik von der Wiener Sozialstadträtin. REUTERS

Unterkunftsproblem für Flüchtlinge ist kein „Sommertheater“.

wien. „Die humanitäre Katastrophe im Nahen Osten erreicht Österreich mit voller Wucht“, heißt es seitens des Innenministeriums. Der Flüchtlingsstrom nach Österreich sei in den letzten Wochen „massiv“ angestiegen. Im August werden voraussichtlich 50 Prozent mehr Asylanträge eingereicht. Allein vergangene Woche seien 610 Anträge – hauptsächlich von Syrern – eingelangt.

Weil das Aufnahmezentrum in Traiskirchen aus allen Nähten platzt und die Länder viel zu wenig Unterkünfte bereitstellen, wird seitens des Innenministeriums als Konsequenz die Errichtung von Zeltstädten für Asylwerber nun nicht mehr ausgeschlossen. Bisher habe man solche Zeltstädte, wie jene in Duisburg, abgelehnt. Doch jetzt könne auch diese Lösung zur Unterbringung der Flüchtlinge nicht mehr ausgeschlossen werden.

Das Ressort von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) appelliert jetzt an diverse Hilfsorganisationen wie die Caritas, Kirchen und Pfarrhöfe für Asylwerber zu öffnen. Es wäre hoch an der Zeit, dass diejenigen, die diese dramatische Entwicklung als „Sommertheater“ bezeichnet und den Kopf in den Sand gesteckt haben, endlich die Augen öffnen und sich bei der Suche nach Quartieren beteiligen.

Wiens Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) sieht in der derzeitigen Asylproblematik „Versäumnisse des Bundes“ und kritisiert Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). In der Grundversorgungsvereinbarung sei klar geregelt, dass dieser Vorsorgekapazitäten für Krisenzeiten zu schaffen habe.

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