Mitterlehner hat Faymann überholt

19.09.2014 • 20:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vertrauensindex: Neuer ÖVP-Chef legt klaren Aufstieg hin. Erstmals Minuswerte für Strolz.

Wien. (VN-ebi) Der aktuelle APA-OGM-Vertrauensindex mache deutlich, dass sich mit Reinhold Mitterlehner das Imagebild des ÖVP-Chefs „völlig gewandelt“ hat, analysiert Politologe Peter Filzmaier im VN-Gespräch. Michael Spindelegger, der Vorgänger des Vize-Kanzlers, sei im Vergleich immer der typische Zweite gewesen. Das habe sich mit Mitterlehner verändert. Bundeskanzler Werner Faymann hat er den Daten zufolge bereits überholt.

Die Vertrauenswerte zeigen aber nicht, ob die Befragten einen Politiker wählen würden. Der Index bildet lediglich den Saldo aus „habe Vertrauen“ und „habe kein Vertrauen“ ab. Basis waren Befragungen unter 500 Personen.

ÖVP-Minister deutlich vorne

„Die Daten von Faymann waren bisher immer mittelmäßig, Spindeleggers Werte aber immer schlechter. Zu sagen, die ÖVP steht sowieso schlechter da, funktioniert für die SPÖ somit nicht mehr“, erklärt Filzmaier. Mit Ausnahme von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) habe der Kanzler mit seinen nur wenig bekannten Ministern auch nur „wenig Flankenschutz“. ÖVP-Minister wie Sebastian Kurz und Hans Jörg Schelling liegen deutlich vorne.

„Strache polarisiert“

Unter den Oppositionspolitikern genießt Grünen-Chefin Eva Glawischnig das meiste Vertrauen, „weil sie den Typus einer bürgerlichen Grünen verkörpert“, so Filzmaier. Wenige würden sagen, „ich lehne sie strikt ab“, was bei dem vorletzt platzierten Heinz-Christian Strache (FPÖ) anders sei. Wer die FPÖ sowieso nicht wähle, habe sehr selten ein neutrales Bild zu dem polarisierenden Parteichef.

Zum ersten Mal im Minus ist Neos-Chef Matthias Strolz angekommen. Die Partei wird Filzmaier zufolge nun kritischer beäugt: „Die Inhalte und Personen werden nicht mehr von der Marke Neos überstrahlt.“ Die Vertrauenswerte von Strolz seien aber das geringste Problem, das die Neos derzeit hätten. „Das tatsächliche Problem liegt in der zweiten Reihe. Nachdem sie eine schwache EU-Spitzenkandidatin hatten, haben sie – was die politischen Imagewerte betrifft – auch nicht unbedingt eine glorreiche Kandidatin bei der Vorarlberger Landtagswahl.“