Trotz schwacher Wirtschaft eine gute Lebensqualität

Politik / 11.11.2014 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Österreicher beurteilen ihr Leben positiv.  FOTO: VN
Österreicher beurteilen ihr Leben positiv. FOTO: VN

Österreicher sind zufrieden. Doch es könnte besser sein, bekräftigt die Statistik Austria.

Wien. (VN-ebi, apa) Den Österreichern gehe es gut: Es könnte aber noch besser sein, „wenn die Wirtschaft stärker wachsen würde“ und sich die Umweltfaktoren zum Positiven änderten, betonte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer, als er am Dienstag die Ergebnisse des Projekts „Wie geht’s Österreich“ in Wien präsentierte. Dafür wurden neben dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) 30 weitere Indikatoren für Wohlstand, Lebensqualität und Umwelt analysiert. Das Fazit: Die Österreicher sind mit ihrem Leben zufrieden, wenngleich die wirtschaftliche Entwicklung nicht unbedingt ideal verläuft. Sehr kritisch bleibt der stark zunehmende Flächenverbrauch und das vergleichsweise kräftig steigende Verkehrsaufkommen in der Republik.

„Nicht zurücklehnen“

Das Ergebnis zeige also, dass es nicht ausreiche, alleine auf das BIP zu schauen, erklärte  Pesendorfer vor Journalisten. Trotzdem dürfe sich Österreich nicht zurücklehnen. Es müsse das Potenzial in Wirtschaft und Gesellschaft geweckt werden, sagte er. Schließlich verringerte sich das reale BIP pro Kopf 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent. Pro Person nahm der Konsum aber noch deutlicher – nämlich um 0,6 Prozent – ab, das verfügbare Einkommen sogar um 2,2 Prozent. Die subjektive Selbsteinschätzung der Lebensqualität bleibe dennoch positiv, so der Generaldirektor.

Als sehr schlecht wird allerdings der rasante Flächenverbrauch eingestuft. Täglich lassen die Österreicher 31 Fußballfelder bebauen, was in einem Jahr 80 Quadratkilometer ergibt und damit in etwa der Fläche der Stadt Salzburg entspricht. Die Inanspruchnahme von Bau- und Verkehrsflächen wuchs von 2001 bis 2012 mit 19,2 Prozent rund vier Mal schneller als die österreichische Bevölkerung mit 4,8 Prozent.

Weniger gute Nachrichten bringen auch die Daten über das Verkehrsaufkommen. Der Energieverbrauch des Verkehrs stieg von 2001 bis 2013 mit 48,8 Prozent deutlich stärker als das Wirtschaftswachstum (40,4 Prozent). Die Transportleistungen des Lkw-Verkehrs wuchsen auf österreichischem Boden bis 2012 sogar um 65,2 Prozent.

Noch Handlungsbedarf

Weitere Anstrengungen seien noch notwendig, teilte Umweltminister Andrä Rupprechter am Dienstag in einer Aussendung mit. Er verwies allerdings auch auf positive Entwicklungen: Die Treibhausgas- und Feinstaub-Emissionen seien im Zeitraum von 2005 bis 2013 um 13,5 bzw. 13 Prozent gesunken.