Schutz statt Blasmusik

Politik / 13.11.2014 • 22:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist grotesk. In trauter Einigkeit setzen sich Vorarlbergs Parlamentsparteien vehement für den Erhalt der Militärmusik im Land ein, die Landesregierung zeigt sich sogar bereit, notfalls Geld zur Finanzierung der Instrumente in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig erklärt der Vorarlberger Militärkommandant, dass die Vorarlberger Truppe im Winter in einem Katastrophenfall der betroffenen Bevölkerung nur eingeschränkt Hilfe leisten könne – wegen unzeitgemäßer und unzureichender Ausrüstung aufgrund mangelnder Finanzen. Und doch wartet man vergebens darauf, dass die Landespolitik mit Pauken und Trompeten dem Minister diesbezüglich den Marsch bläst.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Die Militärmusik hat ihren Platz im Vorarlberger Kulturleben und leistet für dieses auch einen wichtigen Beitrag über die uniformierte Kapelle hinaus. Doch ein bei jeder Wetterlage funktionierender Katastrophenschutz muss in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert besitzen.

Das Ministerium handelt grob fahrlässig, wenn es wie angekündigt dem Jägerbataillon 23, wenn überhaupt, frühestens 2016 dringend benötigtes Gerät finanzieren will. Was, wenn in den Wintern bis dahin etwas passiert? Und auch die Landespolitik würde grob fahrlässig handeln, wenn sie nicht sofort in Wien interveniert oder, falls sie dabei scheitert, eine Landesfinanzierung aufstellt. In die Sicherheit gehört mehr und dringender investiert als in Blasinstrumente.

andreas.feiertag@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-722