Kiew dreht Ostukraine Versorgungshahn zu

Politik / 16.11.2014 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Westen müsse anfangen, Russlands Interessen zu achten. Putin flog vorzeitig nach Hause. Foto: Reuters
Der Westen müsse anfangen, Russlands Interessen zu achten. Putin flog vorzeitig nach Hause. Foto: Reuters

Ukraine-Krise belastete G20-Gipfel schwer. Putin reiste vorzeitig ab.

Brisbane, Moskau. (VN) Die russische Rolle in der Ukraine-Krise lastete schwer auf dem Gipfeltreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Australien. Zwischen dem Westen und Russland kündigt sich eine „Eiszeit“ an, zumal die Antworten von Präsident Putin, der Brisbane vorzeitig verließ, keinen Rückschluss auf eine Annäherung der Konfliktparteien zulassen.

Zudem verschärft die Anordnung des ukrainischen Präsidenten Poroschenko, sämtliche staatliche Leistungen auch in Schulen, Spitälern und der Energieversorgung im Osten des Landes einzustellen, die Krise und Lage der Bevölkerung zusätzlich. Poroschenko beauftragte die Regierung in Kiew, innert einer Woche alle Aktivitäten staatlicher Unternehmen, Institutionen und Organisationen zu stoppen, wo Anti-Terror-Operationen laufen. Poroschenkos Entscheidung, den Osten zu isolieren, bezeichnete Putin als „großen Fehler“. Die Fortsetzung der Krise scheint programmiert. Die USA, Japan und Australien kritisieren indes Russland scharf. Moskau müsse aufhören, die Ostukraine zu destabilisieren“, sagten US-Präsident Obama, Australiens Premier Abbott und Japans Premier Abe nach gemeinsamen Beratungen am Rande des G20-Gipfels in Brisbane. Sie verurteilten die Krim-Annexion und forderten, die Verantwortlichen für den Absturz des Fluges MH17, der nicht geklärt ist, zur Rechenschaft zu ziehen.

Der britische Premier warf Putin vor, „einen kleineren Staat in Europa zu schikanieren“. Frankreichs Staatschef Hollande sieht Putin in der Mitverantwortung, die Krise in der Ostukraine und andernorts in der Welt zu lösen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, es sei unübersehbar, dass die geopolitischen Spannungen, zu denen auch das getrübte Verhältnis zu Russland gehöre, nicht gerade wachstumsfördernd sind. Präsident Putin meinte bei seiner Abschlusspressekonferenz, der Ukraine-Konflikt schade allen. Es gebe aber nach wie vor gute Chancen auf eine Beilegung, wenn der Westen anfange, Russlands Interessen zu achten.