Tschechiens Präsident wird die Rote Karte gezeigt

Politik / 17.11.2014 • 22:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Proteste gegen Äußerungen von Staatschef Milos Zeman.

prag. (VN) Mehrere Tausend Demonstranten haben anlässlich jenes Studentenprotests in Prag, der vor 25 Jahren Zündfunke für die „Samtene Revolution“ war, dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman symbolisch die Rote Karte gezeigt. „Wir kommen auch ohne Beschimpfungen aus“, sagte Organisator Martin Prikryl.

Protestiert wurde gegen Äußerungen des Präsidenten, der unlängst die kremlkritische Punkband Pussy Riot als „pornographische Gruppe“ bezeichnet und die langjährige Inhaftierung des russischen Ex-Oligarchen Michail Chodorkowski verteidigt hatte.

In der sogenannten „Samtenen Revolution“ erkämpften sich die Menschen in der Tschechoslowakei 1989 ohne Gewalt die Freiheit. Auf einer von Studenten organisierten Großkundgebung am 17. November in Prag hatten rund 50.000 Teilnehmer den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und eine freie Presse gefordert. Die kommunistischen Machthaber ließen jedoch die Demonstration niederknüppeln. Aus Protest gegen die Brutalität der Polizei wurden weitere friedliche Kundgebungen und Streiks organisiert. Deren Hauptinitiator im tschechischen Landesteil war der damalige Bürgerrechtler und Dramatiker Vaclav Havel. Am 24. November trat die gesamte Führung der Kommunistischen Partei (KPC) zurück.