Agentin enthaftet und nach Hause geschickt

Politik / 23.11.2014 • 22:25 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Ehemann bleibt in Haft. Merkel-Lausch­angriff ohne Folgen.

berlin. Deutschland hat die russische Agentin Heidrun Anschlag, im Sommer 2013 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, in ihre Heimat ausgewiesen. Ihr Ehemann, den das Oberlandesgericht Stuttgart zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt hatte, bleibt weiter in Haft. Nach Überzeugung des Gerichts lieferte das Paar Hunderte Dokumente über EU und Nato an den russischen Geheimdienst SWR. Bis zur Festnahme hatte das Ehepaar, das österreichische Pässe hatte, im baden-württembergischen Balingen und im hessischen Marburg gelebt. Die wahren Identitäten der beiden kannte selbst das Gericht bis zum Urteil nicht.

Das Ermittlungsverfahren wegen des mutmaßlichen Lauschangriffs auf das Mobiltelefon von Kanzlerin Angela Merkel will die Bundesanwaltschaft nach „Focus“-Informationen einstellen. Dies habe das Fachreferat Cyberspionage im Verfahren gegen den US-Geheimdienst NSA vorgeschlagen. Die Bundesanwaltschaft hat den Bericht nicht bestätigt, weil das Verfahren noch offen sei.