Atomstreit festgefahren

Politik / 24.11.2014 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gescheiterte Gespräche mit Iran über Atom­nutzung werden im
Juni 2015 fortgesetzt.

wien, TEHERAN. (VN) Die Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm in Wien sind am Montag erfolglos abgebrochen worden. Der Atomstreit ist festgefahren. Trotzdem sehen die Beteiligten offenbar eine Chance auf einen Durchbruch. Dafür nehmen sie sich abermals mehr Zeit. Fortsetzung folgt im Juni 2015.

Der geplante Vertrag soll nach Angaben eines Diplomaten bis 1. März in Grundzügen stehen. Bis 1. Juli sollen dann letzte Details geklärt werden. Mit diesem Abkommen wollen UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland verhindern, dass auch der Iran eine Atombombe bauen kann. Diese Staaten verdächtigen den Iran bereits seit mehr als zehn Jahren, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an einer eigenen Atombombe zu arbeiten. Teheran bestreitet dies. Die Iraner wollen Atomenergie friedlich nutzen dürfen. Ihr Ziel ist die Aufhebung der gegen ihr Land verhängten Sanktionen. Einer der Knackpunkte ist allerdings der Schwerwasserreaktor Arak in Zentraliran, der nach einer Inbetriebnahme Plutonium produzieren würde, das für den Bau von Atombomben dienen könnte. Deshalb wird von der iranischen Regierung gefordert, den Reaktor zu schließen oder zu einem Leichtwasserreaktor umzubauen.

Vor einem Jahr schon hatten sich die Vetomächte auf den aktuellen Verhandlungsprozess geeinigt. Er galt als aussichtsreich, weil Irans Präsident Hassan Ruhani pro-westlich orientiert ist. Außerdem sind die USA daran interessiert, die seit 35 Jahren andauernde Eiszeit mit Teheran schrittweise zu beenden.

Suche nach Kompromiss

Im Wiener Palais Coburg waren am Montagmittag erstmals alle Außenminister der UNO-Vetomächte und Deutschlands mit dem iranischen Außenminister Mohammad Jawad Zarif zusammengetroffen. Es war das höchstrangige Treffen der wichtigsten Verhandler im Atomstreit seit Monaten. Dabei sollten hauptsächlich Details der Verlängerung besprochen werden. Die beiden größten Streitpunkte waren die Urananreicherung und die westlichen Sanktionen.

Zuvor hatte es im Laufe des Vormittags zahlreiche bilaterale Treffen gegeben, über die keine Einzelheiten bekannt wurden.

Bei den Gesprächen lief die Suche nach einem Kompromiss bis zur letzten Minute. Doch die Anzeichen hatten sich bereits am Montagmorgen verdichtet, dass eine umfassende Lösung des Konflikts aktuell nicht möglich ist und stattdessen eine neue Frist ein sofortiges Scheitern verhindern soll.