Millionenbeträge erpresst

Politik / 25.11.2014 • 22:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Für Terrornetzwerk sind Entführungen die Haupteinnahmequelle.

NEW YORK. (VN) Die IS-Miliz („Islamischer Staat“) hat allein im vergangenen Jahr Lösegelder von umgerechnet bis zu 36 Millionen Euro erpresst. Das teilte die UN-Diplomatin Yotsna Lalji am Montag dem Sicherheitsrat in New York mit. Die Expertin ist für die Überwachung der Sanktionen gegen Al-Kaida zuständig. Das Terrornetzwerk und mit ihr verbundene Gruppen hätten Entführungen in den vergangenen Jahren zu ihrer Haupteinnahmequelle gemacht. Dazu verwies Lalji auf eine vom Oktober 2012 stammende Videobotschaft von Al-Kaida-Führer Eiman Al-Sawahiri, in der er Extremisten in aller Welt aufrief, westliche Staatsbürger zu verschleppen. Die im Jemen aktive Gruppe Al-Kaida bekam den Angaben zufolge zwischen 2011 und 2013 20 Millionen Dollar an Lösegeldern. Die in Nordafrika operierende Splittergruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb erhielt in den vergangenen vier Jahren gar 75 Millionen Dollar.

Auch die der Al-Kaida nahestehenden Organisation Boko Haram in Nigeria und die Al-Shabaab-Miliz in Somalia hätten in den vergangenen Jahren „Millionen von Dollar eingesammelt“, sagte Lalji. Zwar konzentriere sich die Medienberichterstattung vor allem auf internationale Geiseln, für die besonders hohe Lösegelder verlangt würden, doch beim Großteil der Opfer handle es sich um Menschen, die in ihrem eigenen Land entführt würden.

Acht Geiseln befreit

Im Jemen haben die Streitkräfte acht Geiseln aus den Händen der Al-Kaida befreit. Darunter sei auch ein Ausländer, der als Militärberater auf dem Militärstützpunkt Al-Annad im Süden des Landes tätig war. Aus welchem Land der Mann stammt, wurde nicht bekannt. Auf diesem Stützpunkt sind Amerikaner und Europäer als Berater und Ausbilder tätig.