Kritik an Pflegereform

Politik / 26.11.2014 • 22:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hilfsorganisationen übten am Mittwoch Kritik an der geplanten Reform der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe. FOTO:APA
Hilfsorganisationen übten am Mittwoch Kritik an der geplanten Reform der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe. FOTO:APA

Hilfsorganisationen laufen gegen Novelle zu Gesundheits- und Pflegeberufen Sturm.

wien. (VN) Die geplante Reform der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe stößt bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG), zu der die Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und Volkshilfe gehören, auf Kritik. Länder und Bund konzentrierten sich dabei zu sehr auf die Versorgung in Krankenhäusern, die Versorgung von Alten und Menschen mit Behinderung komme zu kurz. Neben etlichem anderen.

Auf Drängen der Gesundheitsreferenten der Länder habe das Gesundheitsministerium nun einen komplett neuen Entwurf für die Reform der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe vorgelegt, obwohl bereits seit Jahren an einem Reformvorschlag seitens des ÖBIG (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheit) gearbeitet werde. Der neue Entwurf jedoch ziele zu wenig auf den sozialen Sektor ab, kritisierten am Mittwoch Vertreter aller Organisationen innerhalb der BAG. Auch müssten die Kompetenzen der einzelnen Berufsgruppen so angepasst werden, dass eine gute Betreuung in allen Settings, also Pflegeheim, mobile Dienste, Krankenhäuser und andere, möglich werde. Damit in Zusammenhang stehe der Berufs-Mix, denn derzeit gebe es neben den bundesweit geregelten Gesundheitsberufen auch die länderweit geregelten Sozialbetreuungsberufe, die bei einer Reform mitgedacht werden müssten. Einig ist sich die BAG jedenfalls, dass eine Weiterentwicklung der betroffenen Berufe dringend nötig ist – der Bedarf im Bereich Pflege und Betreuung wird in den kommenden Jahren steigen und eine Anpassung der Berufsgruppen unabdingbar machen.

Ihre Kritik hat die BAG bereits bei SP-Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser deponiert. Für die Hilfsorganisationen sei die Diskussion nicht beendet, auch wenn es schon bald einen Gesetzesvorschlag aus dem Ministerium geben soll. Das werde mit einem Begutachtungsentwurf nicht getan sein.