Asylwerber verbringen eine ganze Nacht auf Bäumen

Politik / 27.11.2014 • 22:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Flüchtlinge beenden Hungerstreik. De Maiziere will gerechtere Verteilung.

münchen. (VN) Nach der Räumung eines Flüchtlingscamps in der Münchner Innenstadt sind einige der Hungerstreikenden auf Bäume geflohen und haben dort in teilweise schwindelerregender Höhe die ganze Nacht verbracht. Nach längeren und intensiven Verhandlungen mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) kletterten die Männer am Donnerstagmorgen herunter und wurden medizinisch versorgt.

Die Asylwerber hatten seit Samstag mit einem Hungerstreik für ein Bleiberecht in Deutschland und gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften protestiert. Am Mittwoch verzichteten sie auch auf die Einnahme von Getränken. Ärzten zufolge befanden sie sich in Lebensgefahr.

Das Camp wurde am Abend geräumt, etwa 500 Polizisten waren beteiligt. Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere fordert eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen in Europa. Derzeit nehme lediglich eine Handvoll Länder 70 Prozent der in Europa ankommenden Asylwerber auf, kritisiert er. Nur zehn von 28 EU-Ländern beteiligen sich überhaupt an dem Thema.

De Maiziere strebt eine Quotenregelung an, parallel zum bisher geltenden Dublin-Prinzip wonach Asylwerber in dem EU-Staat ihren Antrag stellen müssen, in dem sie zuerst ankommen.