Mubarak rehabilitiert: Tote und Verletzte

Politik / 30.11.2014 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nach Mubaraks gerichtlicher Rehabilitierung kam es in Kairo zu blutigen Protesten.  FOTO: REUTERS
Nach Mubaraks gerichtlicher Rehabilitierung kam es in Kairo zu blutigen Protesten. FOTO: REUTERS

Verfahren gegen Ägyptens Ex-Diktator eingestellt. Erneut blutige Krawalle in Kairo.

Kairo. (VN) Hunderttausende Ägypter waren Anfang 2011 auf die Straße gegangen. Sie hatten gegen Ägyptens damaligen Diktator Hosni Mubarak demonstriert. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag zogen erneut etwa tausend Ägypter zum Tahrir-Platz und demonstrierten wieder gegen Mubarak – diesmal, weil ein Gericht das Verfahren gegen ihn eingestellt hatte. Die Bilanz des aktuellen Protestes, der abermals zu schweren Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften führte: zwei tote Demonstranten, rund ein Dutzend Verletzte und mehr als 85 Festgenommene. Die Rechtfertigung des Innenministeriums: Es hätten sich „Terroristen“ unter die zunächst „friedliche Versammlung“ gemischt.

Rund drei Jahre lang hatte sich der heute 86-jährige Hosni Mubarak vor einem Strafgericht in der Hauptstadt Kairo wegen des Todes von mindestens 846 Demonstranten zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte die Todesstrafe, da der Ex-Diktator Anfang 2011 gegen die Demonstranten den Schießbefehl an die Exekutive ausgegeben habe. Seit Samstagnachmittag jedoch kann sich Mubarak rehabilitiert fühlen. Das Gericht ließ die Anklage fallen. Richter Mahmud al-Raschidi sagte in seiner Begründung, es sei inzwischen zu viel Zeit vergangen und nur die Geschichte und Gott sollten angerufen werden, um ein Urteil gegen jemanden zu fällen, der Ägypten mehr als 30 Jahre als Vize-Präsident und Staatschef gedient habe. Auch Ex-Innenminister Habib al-Adli, Mubaraks Söhne sowie einige Sicherheitsoffiziere wurden freigesprochen.

Mubarak kommt dennoch nicht auf freien Fuß, da er im Mai wegen Diebstahls öffentlicher Gelder zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Aus gesundheitlichen Gründen verbüßt er die Strafe in einem Armee-Krankenhaus.