Dornbirn bleibt Stichwahl erspart

Politik / 15.03.2015 • 22:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andrea Kaufmann bleibt Bürgermeisterin von Dornbirn und dirigiert weiterhin die Geschicke der Messestadt.
Andrea Kaufmann bleibt Bürgermeisterin von Dornbirn und dirigiert weiterhin die Geschicke der Messestadt.

Andrea Kaufmann bleibt Stadtchefin, ihre Partei fährt aber kräftigen Verlust ein und verliert die Absolute.

Dornbirn. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge zog die Dornbirner ÖVP Bilanz nach den Gemeindewahlen: Bürgermeisterin Andrea Kaufmann wurde mit knapp über 51 Prozent oder 9059 Stimmen in ihrem Amt bestätigt. Die Volkspartei hingegen verlor nach fast 70 Jahren erstmals die absolute Mehrheit in der Stadtvertretung. Bei den anderen Fraktionen gab es keine großen Verschiebungen. SPÖ-Chef Greber jubelt über 22 Prozent.

Spannung war in der Wahlzentrale bis zum Eintrudeln des letzten Sprengelergebnisses angesagt. Vor allem die Bürgermeisterin, die 2013 von der Stadtvertretung zur Nachfolgerin von Wolfgang Rümmele gewählt wurde, musste einige Stunden zittern. Entsprechend groß war das Aufatmen in den Reihen der ÖVP um 17.30 Uhr, als feststand, dass sie im ersten Wahlgang mit knapper Mehrheit in ihrem Amt bestätigt wurde. Für Kaufmann dennoch ein respektables Ergebnis, da sie lediglich zwei Jahre Zeit hatte, sich als Oberhaupt der größten Stadt des Landes zu bewähren.

Dass es bei der ÖVP mit der Absoluten wohl vorbei sein wird, war zu erwarten und überraschte die schwarze Spitze nicht. Ein Absturz von 51 auf 44 Prozent und der Verlust von vier Sitzen in der 36 Mitglieder umfassenden Stadtvertretung sorgte allerdings für betretene Gesichter. Mit nur noch 16 anstatt wie bisher 20 Mandaten wird für die Schwarzen das Regieren nicht einfacher, sie müssen sich ab sofort bei jeder Abstimmung um eine Mehrheit bemühen.

Waibel nicht Stadtrat

Deutlich besser war die Stimmung bei der SPÖ, die mit über 22 Prozent und sieben Mandaten ihre Position behaupten konnte. „Ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, sogar sehr überrascht“, freute sich Stadtparteiobmann Gebhard Greber über die Zustimmung für seine Partei. In Grenzen hielt sich die Freude hingegen bei FP-Chef Walter Schönbeck, obwohl die Blauen leichte Stimmenzuwächse verbuchen konnten: „So wie ich bei den Wahlen gelaufen bin, hätte ich mir deutlich mehr Zustimmung für unsere Arbeit erwartet.“ Der erhoffte zweite Sitz in der Stadtregierung, der für Quereinsteiger Christoph Waibel vorgesehen war, ist sich nicht ausgegangen, in der Stadtvertretung gibt es aber ein blaues Mandat mehr.

Erstmals ging für die Grünen Juliane Alton ins Rennen. Mit dem Ausgang der Wahl ist sie nicht ganz zufrieden. „Ich hätte mir deutlich mehr erwartet“, will sie das Ergebnis nicht schönreden. Allerdings hatte die grüne Spitzenkandidatin nur wenig Zeit, Punkte zu sammeln, da sie erst vor wenigen Monaten zur Nachfolgerin des langjährigen Stadtrates Martin Konzet gewählt wurde. Zu den Verlierern gehören die Dornbirner Grünen aber nicht: Sie legten leicht zu und gewannen einen Sitz in der Stadtvertretung dazu. Die Neos mit Spitzenkandidat Nationalrat Gerald Loacker kamen auf 5,6 Prozent und eroberten auf Anhieb zwei Stadtvertretungssitze. Insider glauben, dass es die Pinken waren, die der ÖVP die entscheidenden Stimmen zur Absoluten weg- nahmen.

Absolute im Stadtrat

Nichts geändert hat sich im Stadtrat: Die ÖVP behält ihre fünf Stadtratssitze, die SPÖ verteidigt ihre zwei Sitze, FPÖ und Grüne sind wie bisher mit zwei Stadträten in der Stadtregierung, in der die ÖVP im Gegensatz zur Stadtvertretung die Absolute behaupten konnte, vertreten. Spannend wird die Wahl des Vizebürgermeisters, die durch die Stadtvertretung erfolgt. Ob Martin Ruepp sein Amt behält oder ob Gebhard Greber, Walter Schönbeck oder Juliane Alton ins Vizebürgermeisterbüro einziehen werden, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.