„Ich sage klar: Die ÖVP hat an Macht verloren“

15.03.2015 • 22:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Peter Filzmaier
Peter Filzmaier

Schwarzach, Krems. Politologe und Meinungsforscher Peter Filzmaier nimmt im Gespräch mit den VN zu den Ergebnissen der Vorarlberger Gemeindewahlen Stellung.

Was ist die zentrale Aussage der Wahlergebnisse?

Filzmaier: Bei der letzten Landtagswahl war bereits abzusehen, dass die ÖVP nicht mehr so dominant sein wird. Das hat sich jetzt bewahrheitet. Entscheidend ist, ob es sich nur um Stimmenverluste oder auch um Machtverluste handelt. Und da sage ich ganz klar: Die ÖVP in Vorarlberg hat an Macht verloren. In Hohenems ist der Bürgermeistersessel mit ziemlicher Sicherheit weg, in Bludenz vielleicht auch – das tut schon weh.

Ist es in Hohenems so klar?

Filzmaier: Wer im ersten Wahlgang über 40 Prozent liegt, hat noch selten eine Stichwahl verloren. Für Egger geht es nur noch darum, seine Klientel zu motivieren, daran wird er alles setzen. Er braucht nämlich eine solide Funktionsplattform, von der aus er seine Anliegen im Land transportieren kann. Als Bürgermeister geht das viel leichter als als Landtagsabgeordneter.

Wie beurteilen Sie das Abschneiden der anderen Parteien im Land?

Filzmaier: Neben der FPÖ haben auch die Grünen wie erwartet zugelegt und könnten bei den nun anstehenden Stichwahlen das Zünglein an der Waage sein. Die Neos haben gezeigt: Wir sind angekommen – mehr aber auch nicht. Und die SPÖ ist – mit Ausnahme der Überraschung in Bludenz – in ihrer sich nach unten drehenden Spirale stecken geblieben. Generell zeigt sich seit Jahren: Die SPÖ ist in Vorarlberg auf verlorenem Posten.